Zur Bedeutung der Weihnachtsfeiertage

Ein Beitrag von Prof. Dr. Harald Schwillus, Halle (Saale)

An Weihnachten feiern die Kirchen eine für das Christentum zentrale Glaubensaussage: Gott wird in Jesus Christus Mensch und erlöst dadurch seine Schöpfung aus der Macht von Tod und Sünde.

Historisch gesehen wird dieses Fest seit der Mitte des 4. Jahrhunderts in Rom begangen. Seine Terminierung auf den 25. Dezember dürfte aus unterschiedlichen Gründen erfolgt sein. Einerseits wurde dieser Tag in der unmittelbaren Nähe der Wintersonnenwende seit dem Jahr 274 auf Anordnung des Kaisers Aurelian als Fest des unbesiegten Sonnengottes begangen – für Christinnen und Christen ist jedoch Christus das „Licht der Welt“. Andererseits steht der 25. Dezember in einem Zusammenhang mit dem Tod Jesu am Kreuz, der für den 25. März angesetzt werden kann. Im Rahmen gelehrter Berechnungen, die ihre Wurzel im antiken Judentum haben, sind die Tage des Todes und der Empfängnis bedeutender biblischer Gestalten identisch. Die Geburt Jesu liegt dann neun Monate nach seiner Empfängnis durch Maria.

Nach kirchlichem, aus dem Judentum stammenden Brauch beginnen Festtage bereits mit dem Abend zuvor. Der Heilige Abend des 24. Dezember ist daher bereits Teil des Weihnachtsfestes, dessen Bedeutung dadurch hervorgehoben wird, dass ihm noch zwei Feiertage und eine Festwoche bis zum 1. Januar folgen.

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