Making of: Bouchers Studien

Boucher als Zeichner

Zeichnungen nehmen in François Bouchers Werk einen hohen Stellenwert ein – allein der Umfang von 10.000 Zeichnungen, von denen heute 3.000 bekannt sind, belegt dies.

Bouchers Zeichnungen stehen für eine Neubewertung der Werke auf Papier: Sie wurden nicht mehr nur als Vorstudien für Malerei oder Skulptur verstanden, sondern als eigenständige Kunstwerke gewürdigt. Auch bei Sammler*innen waren sie als unmittelbarer Ausdruck künstlerischer Schöpferkraft gefragt.

Remix: Bouchers Schaffensprozess

Zeichnung Kniende junge Frau mit Kind von François Boucher, entstanden vor 1750.

Dies galt selbst für Einzelstudien, die häufig in einer losen Verbindung zu vollendeten Kompositionen stehen. Sie zeigen exemplarisch Bouchers Schaffensprozess, in dem er vielfach auf bereits entwickelte Motive zurückgriff, diese wiederholte, variierte, anpasste und neu kombinierte.

Ein Beispiel dafür ist das Gemälde Das Licht der Welt (1750), in dem sich Figuren aus mehreren Zeichnungen und einer Ölstudie wiederfinden. Im Video kann entdeckt werden, wie Boucher Figurenstudien kombinierte, die Körperhaltungen anpasste oder die Gesichter veränderte.

Nicht immer ging der Arbeitsprozess von der Einzelstudie zur Gesamtkomposition. Boucher arbeitete auch in die entgegengesetzte Richtung vom Gemälde zur Zeichnung: Hatte er eine Figur gemalt, die ihm gefiel, schuf er Zeichnungen nach ihr.

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