Pastoralen: Kunst und Natur

Die Künstlichkeit der Natur?

Zu François Bouchers beliebtesten Motiven gehören Pastoralen. Die idyllischen Schäferszenen zeigen alles andere als das harte Landleben.

Vielmehr handelt es sich bei Bouchers Pastoralen um Kunstlandschaften, die von Theater und Literatur inspiriert sind. Bouchers Landschaftsausschnitte sind nicht der – im wahrsten Sinne des Wortes – naturgetreuen Wiedergabe verpflichtet, sondern im Künstleratelier erdachte Kompositionen. Eindrücke der Natur werden mit Landschaftsmotiven der niederländischen und italienischen Kunst kombiniert und fügen sich zu fantasievollen Neukreationen, die zu fiktiven Schauplätzen für seine Protagonisten werden.

Chillen im Freien

Gemälde Schäfer und Schäferin von François Boucher, entstanden 1760.

Die Schäferinnen und Schäfer sind nicht als einfache Landleute bei ihrer schweren Arbeit dargestellt. Zärtlich aneinander geschmiegt verweilen die jungen und schönen Liebespaare oder Freundinnen entspannt in der Natur und genießen den Moment. Sie tragen modische Gewänder, die offenbaren, dass die vermeintlichen Schäfer*innen eher einem gehobenen Stand angehören. Die Maskerade der Akteur*innen und die idealisierte Landschaft zeigen, dass Bouchers Pastoralen künstlerische Fiktionen sind.

Einblick in Bouchers idyllische Schäferszenen aus der Kunsthallen-Sammlung gibt die Anwendung „Boucher im Fokus“. Hier können die Bilder bis ins Detail erkundet werden. Dazu gibt es spannende Facts zur Geschichte der Schäferszenen, zu Bouchers Motivwahl, zur Erwerbung der Gemälde durch die badische Markgräfin und Einblicke aus der Restaurierungswerkstatt.

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