Die Sieben Todsünden

Die Sieben Todsünden

Otto Dix

Maße:
H 179cm B 120cm
Jahr:
1933
Ort:
Orangerie

Beschreibung

Otto Dix ragte unter den realistischen Künstlern der Weimarer Republik dadurch heraus, dass er höchstes malerisches Können mit einem konsequent schonungslosen Blick auf die Gesellschaft verband. Das Gemälde „Die Sieben Todsünden“ ist ein Höhepunkt im Schaffen von Dix wie auch der Malerei des 20. Jahrhunderts.

In altmeisterlicher, lasierender Technik und grellen Farben inszeniert Dix einen karnevalesken Aufmarsch des Monströsen. Die Sieben Todsünden sind von links nach rechts in diagonal aufsteigender Reihe angeordnet: Geiz, Neid, Trägheit, Zorn, Wollust, Hochmut und Völlerei. Der makabre Zug lässt eine tote Welt zurück. Auf der von bröckelndem Putz gezeichneten Mauer erscheinen Verse des Philosophen Friedrich Nietzsche: „Die Wüste wächst. Weh dem, der Wüsten birgt.“

Das Werk hat verschiedene Deutungen erfahren, die sich gegenseitig ergänzen. Einige sehen in „Die Sieben Todsünden“ vor allem eine Warnung vor politischem Unheil. Bestärkt wird diese Interpretation durch den schwarzen Hitlerschnurrbart des „Neides“, den der Künstler allerdings erst 1947 aufgemalt hat. Da Dix das Gemälde 1933 als erstes nach seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten entwickelte – er hatte eine Professur an der Dresdner Akademie innegehabt –, kann man in ihm auch einen Spiegel seiner persönlichen Betroffenheit erblicken. In einem viel zeitloseren, allgemeinen Sinne bringt das Bild aber die menschlichen Laster schlechthin zur Anschauung – und besitzt damit auch in unserer Zeit noch Aktualität.

Daten und Fakten

Titel: Die Sieben Todsünden
Künstler: Otto Dix
Entstehungszeit: 1933
Inventarnummer: 2654
Material: Holz
Technik: Mischtechnik
Genre: Allegorie
Gattung: Gemälde
Abteilung: Neue Malerei (nach 1800)
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