Edmund Friedrich Kanoldt: Aus der Serpentara bei Olevano

Kanoldt hatte dieses Waldstück kurz nach seiner Lehre bei dem Weimarer Künstler Friedrich Preller entdeckt. Er war aber durchaus nicht der Erste, der dessen Zauber erkannte. Bereits Johann Wolfgang von Goethe schwärmte von diesem Ort in seiner Italienischen Reise: „Die blauen, klaren Schatten stechen so reizend von allem erleuchteten Grünen, Gelblichen, Rötlichen, Bräunlichen ab und verbinden sich mit der bläulichen duftigen Ferne. Es ist ein Glanz und zugleich eine Harmonie, eine Abstufung im Ganzen, wovon man nordwärts gar keinen Begriff hat.“

Gemälde des Malers Edmund Friedrich Kanoldt, das das italienische Steineichenwäldchen Serpentara zeigt

Serpentara heißt übersetzt „Schlangenhain“ und bezeichnet einen kleinen Wald von Steineichen oberhalb der italienischen Stadt Olevano, von dem aus sich ein eindrucksvoller Blick über die hügelige Landschaft bietet. Das Zusammenspiel von Vegetation, Gestein und Licht schafft hier eine Szene von besonderer Schönheit. Wahrscheinlich war die Serpentara deshalb im 18. und 19. Jahrhundert unter Poet*innen und Künstler*innen so beliebt. Als sie 1873 abgeholzt werden sollte, rief Kanoldt eine Spendenaktion für ihren Erhalt ins Leben. Das Gelände konnte bewahrt werden.

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