Ausstellungsvorschau

David Roberts im Orient – Beobachtung und Fantasie

16. Juli - 28. August 2016

Ausstellung Vorlegesaal und Grüner Saal

 

Der englische Maler David Roberts gehört zu den Orientreisenden des beginnenden 19. Jahrhunderts, deren Ansichten und Beschreibungen die Vorstellung einer bis dahin wenig bekannten Region prägten. Elf Monate war er 1838/39 in Ägypten und den Gebieten des heutigen Israel, Jordanien und Libanon unterwegs. Er zeigte sich fasziniert von der Vielzahl der Altertümer, in denen sich die lange Geschichte der Region manifestiert, während ihn die karge Wüstenlandschaft befremdete. Seine Eindrücke von Kultur, Landschaft und alltäglichem Leben fanden in aufwändigen Publikationen seiner Zeichnungen Verbreitung. Künstler nachfolgender Generationen konnten auf diese Vorlagen zurückgreifen, machten sich vielfach aber auch ein eigenes Bild vor Ort. Ihre Darstellungen von exotischen Landschaften und ornamentaler Fülle dominieren noch heute das Bild vom Orient – und verstellen vielfach den Blick auf eine sich wandelnde Region.

David Roberts, Der Tempel von Abu Simbel, in: Egypt and Nubia, 1846–1849 © bpk /
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

DOUBLE VISION

Albrecht Dürer & William Kentridge

10. September 2016 – 08. Januar 2017

 

Mit Albrecht Dürer (1471 – 1528) und William Kentridge (geb. 1955) begegnen sich zwei Künstler, die im Medium der Druckgrafik überraschende Beziehungen aufweisen. Den Meister der deutschen Renaissance und den global tätigen Gegenwartskünstler verbindet ihr Interesse an Schwarz-Weiß-Techniken und die Beschäftigung mit Fragen von Perspektive und Wahrnehmung. Dürer formulierte seine Erkenntnisse in einem Lehrbuch und setzte sie in zahlreichen Grafiken um, Kentridge experimentierte mit dem Einsatz optischer Geräte und filmischer Techniken. Eine direkte Verbindung zwischen den beiden Künstlern stellt das Motiv des Rhinozeros her, das Kentridge fast 500 Jahre nach Dürer aufgreift. Die Ausstellung basiert auf dem umfangreichen Bestand an Druckgrafiken von Albrecht Dürer im Kupferstichkabinett der Kunsthalle. Diese werden um Werke aus dem Besitz von Kentridge und weiteren Leihgebern ergänzt. Die etwa 110 Werke erlauben Vergleiche auf inhaltlicher, ästhetischer und medialer Ebene. DOUBLE VISION ist eine Kooperation des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin mit der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz der Freien Universität Berlin und der Kunsthalle. Parallel zur Ausstellung DOUBLE VISION zeigt das ZKM | Karlsruhe von William Kentridge die Projektion More Sweetly Play the Dance.

Albrecht Dürer: Die Buße des Hl. Johannes Chrysostomus, um 1496. Kupferstich. © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinet / Volker-H. Schneider
William Kentridge: Remembering The Treason Trial, 2013. Lithographie. © William Kentridge

Black and White

Begleitprojekt zu DOUBLE VISION Albrecht Dürer & William Kentridge

10. September 2016 – 08. Januar 2017

JUNGE KUNSTHALLE

 

In der Jungen Kunsthalle lernen die Besucher die Verfahrensweisen und künstlerischen Techniken von Albrecht Dürer und William Kentridge kennen. Dürer hatte in seiner Zeiteinen völlig anderen Blick auf die Welt als der südafrikanische Künstler William Kentridge und wählte vor allem religiöse und mythologische Bildthemen. Kentridge dagegen lässt politische und sozialkritische Bezüge anklingen.Im Erdgeschoss werden die druckgrafischen Verfahren nachverfolgt, optische „Tricks“, mit denen William Kentridge arbeitet – wie Guckkästen, Stereoskope oder auch Anamorphosen – entschlüsselt. Selbst experimentieren kann man im Obergeschoß mit grafischen Techniken wie Zeichnung, Holz- und Linolschnitt, Wundertrommeln und Daumenkinos.Oder Geschichten auf bewegten Scheiben erzählen und Riesenleporellos mit Szenerien bedrucken.Schattenrisse und Schattentheater gehören ebenfalls dazu. Die Begleitausstellung in der Jungen Kunsthalle vertieft für Kinder und Jugendliche, aber auch interessierte Erwachsene den Besuch der Ausstellung DOUBLE VISION. Sie ist für alle Schularten und Altersstufen geeignet. Das Führungsangebot wird auf das jeweilige Publikum individuell abgestimmt.

Albrecht Dürer: Rhinozeros, 1515, Holzschnitt © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

CÉZANNE
Metamorphosen

Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg
28. Oktober 2017 – 11. Februar 2018

Nach der erfolgreichen Ausstellung Degas. Klassik und Experiment von 2014/15 nimmt diese Ausstellung das Werk seines bedeutenden Zeitgenossen Paul Cézanne (1839–1906) in den Blick. Cézanne gilt auf Grund seiner Tendenz zur Abstraktion der Bildelemente als Wegbereiter der modernen Malerei. Die Ausstellung erweitert diesen Ansatz: Sie deutet Cézannes Kunst aus einer produktiven Spannung, in der innovative Bildverfahren ebenso wirksam werden wie die kreative Aneignung von Bildern der Kunstgeschichte. Die Karlsruher Ausstellung ist daher bewusst nicht als Retrospektive chronologisch angelegt, sondern als Themenausstellung, die eine neue Perspektive auf das scheinbar so gut bekannte Werk des Künstlers eröffnet. mehr

Paul Cézanne, Blick auf das Meer bei L'Estaque, 1883-1885 © bpk / Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
 
© 2016 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe