Ausstellungsvorschau

CÉZANNE
Metamorphosen

Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg
28. Oktober 2017 – 11. Februar 2018

Nach der erfolgreichen Ausstellung Degas. Klassik und Experiment von 2014/15 nimmt diese Ausstellung das Werk seines bedeutenden Zeitgenossen Paul Cézanne (1839–1906) in den Blick. Cézanne gilt auf Grund seiner Tendenz zur Abstraktion der Bildelemente als Wegbereiter der modernen Malerei. Die Ausstellung erweitert diesen Ansatz: Sie deutet Cézannes Kunst aus einer produktiven Spannung, in der innovative Bildverfahren ebenso wirksam werden wie die kreative Aneignung von Bildern der Kunstgeschichte. Die Karlsruher Ausstellung ist daher bewusst nicht als Retrospektive chronologisch angelegt, sondern als Themenausstellung, die eine neue Perspektive auf das scheinbar so gut bekannte Werk des Künstlers eröffnet. mehr

Paul Cézanne, Blick auf das Meer bei L'Estaque, 1883-1885 © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

SEAN SCULLY

Vita Duplex

24. März – 5. August 2018

 

Kunst resultiere aus dem Widerstreit, dem Konflikt – zwischen Körper und Geist, Oberfläche und Innenleben, Impulsivität und Reflexion, Struktur und Emotion, so die Auffassung von Sean Scully. 1945 in Dublin geboren und in London aufgewachsen zählt er heute zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.

 

Unter dem Titel Vita Duplex zeigt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe mit circa 100 Werken einen umfassenden Einblick in das bildnerische Werk des Künstlers und seine Gedankenwelt. Scullys leidenschaftliche abstrakte Malerei ist nicht loszulösen von seinem poetischen und philosophischen Nachdenken über große Fragen – Metaphysisches, die Natur des Menschen, Melancholie, Verlusterfahrungen, Sehnsucht und unsere Möglichkeiten, Spannungen wahrzunehmen, auszuhalten, zu versöhnen und produktiv zu machen.

 

Mit Arbeiten von den 1960er und 1970er Jahren bis heute wird deutlich, wie Scully die Abstraktion neu interpretiert: Statt sie als eine rein formale Auseinandersetzung mit Farbe, Form, Fläche, Struktur, Körper, Rhythmus und Licht im Bild oder aber lediglich als Reflex auf die Geschichte der Abstraktion zu sehen, versteht er die Abstraktion als ein Medium. Dessen strukturiertes Repertoire an Ausdrucksmitteln lässt sich sowohl an äußere, landschaftliche oder topographische, als auch an innere, seelische Stimmungen, an grundsätzliche existenzielle Erfahrungen und Alltagswahrnehmungen, an literarische Einflüsse und Körpererfahrungen zurückbinden.

 

2019 wird die Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zu sehen sein.

 

 

 

Sean Scully: The Bather, 1983
© Sean Scully

Hans Baldung Grien

 

Große Landesausstellung Baden-Württemberg
30. November 2019 – 8. März 2020

 

Er war einer der eigenwilligsten Künstler des 16. Jahrhunderts: Hans Baldung, genannt Grien (1484/85 – 1545). Als origineller Interpret traditioneller und Erfinder neuer Bildthemen schuf Baldung intime Andachtsbilder und imposante Altarwerke, sinnliche Allegorien und Aktdarstellungen, drastische Hexenszenen, humanistische Denkbilder und markante Porträts. Den tiefgreifenden Umwälzungen seines Zeitalters setzte er ein höchst individuelles, oftmals exzentrisches und stets faszinierendes Werk entgegen, das neben koloristisch ausdrucksstarken Tafelgemälden virtuose Zeichnungen und kraftvolle Holzschnitte umfasst.

 

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe würdigt mit der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg das einer breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Œuvre dieses außergewöhnlichen Renaissance-Künstlers. Nach der ersten und bislang einzigen Retrospektive seines Schaffens, die 1959 ebenfalls in der Karlsruher Kunsthalle gezeigt wurde, wird 60 Jahre später Baldung im Lichte aktueller Forschungsfragen neu entdeckt und neu bewertet.

 

In der Zusammenführung der bedeutenden Karlsruher Bestände mit hochkarätigen internationalen Leihgaben soll das Werk des Künstlers so vollständig wie möglich präsentiert werden.

Hans Baldung Grien: Adam und Eva, 1531
© Museo Thyssen-Bornemisza Madrid
 
© 2017 Staatliche Kunsthalle Karlsruhe