30. Mai. 2015 bis
06. Sep. 2015

Ausstellung

Die Meister-Sammlerin

Karoline Luise von Baden

Große Landesausstellung Baden-Württemberg


Kurz zusammengefasst

Mit großer Kenntnis und erlesenem Geschmack begründete Karoline Luise die Karlsruher Sammlung niederländischer und französischer Malerei.

Eine Meister-Sammlerin war Markgräfin Karoline Luise von Baden (1723–1783) in doppeltem Sinne, denn sie trug Werke älterer und neuerer Meister zusammen, und sie tat dies in meisterlicher Weise – mit großen Kenntnissen und erlesenem Geschmack, Geschick und guten Beziehungen.

Durch ihre bedeutenden Erwerbungen begründete sie den internationalen Ruf, den die Karlsruher Sammlung niederländischer und französischer Malerei genießt.

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Abbildung des Werks "Stillleben mit Glasflasche und Früchten" von Jean-Siméon Chardin aus dem Jahr 1728, das in der Ausstellung "Die Meister-Sammlerin" vom 30. Mai bis 6. September 2015 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen war.
Jean-Siméon Chardin: Stillleben mit Glasflasche und Früchten, um 1728

Ein Großteil der über 200 Gemälde, die sie kaufte, gehört noch heute zum Bestand der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, darunter Meisterwerke von Teniers und Rembrandt, Vernet und Chardin.

Dieser Bilderschatz wird nun vollständig gezeigt, teilweise in den prachtvollen historischen, frisch restaurierten Rahmen. Als Leihgaben kehren andere Gemälde aus Karoline Luises Besitz nach Karlsruhe zurück, so etwa ein grandioses Porträt von Anton van Dyck (Washington), ein dramatischer Seesturm von Willem van de Velde (London), die anmutige Darstellung einer Köchin von Gabriel Metsu (Madrid) und ein üppiges Blumenstillleben von Maria van Oosterwyck (Denver).

Die zeitgenössischen Künstler François Boucher und Jean-Etienne Liotard, der Karoline Luise in der Pastellmalerei unterrichtete, sind durch signifikante Werke vertreten. Die Markgräfin schätzte den nüchternen Realismus Liotards und der Niederländer ebenso wie das verspielte Rokoko und den aufkommenden Klassizismus. Eine besondere Vorliebe hatte sie für sehr fein ausgeführte Gemälde, die sie gerne eigenhändig kopierte.

Abbildung der Pflanzenstudie "Carolinea Princeps" aus dem Jahr 1775, die in der Ausstellung "Die Meister-Sammlerin" vom 30. Mai bis 6. September 2015 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen war.
Carolinea Princeps, um 1775

Der gebildeten, aufgeklärten und überaus regsamen Markgräfin ist es zu verdanken, dass die Stadt Karlsruhe schon fünfzig Jahre nach ihrer Gründung europaweit als ein Ort der Wissenschaften und Künste anerkannt war. Sie pflegte die Verbindung zu zahlreichen bedeutenden Menschen ihrer Zeit, und so begegnet man in der Ausstellung, in der rund 130 Leihgaben aus zahlreichen Museen Europas und der USA zu sehen sind, der Kaiserin Maria Theresia, dem Philosophen Voltaire, der Kunstfreundin und königlichen Mätresse Madame de Pompadour, dem Botaniker Linné, dem Kunstagenten Jean-Henri Eberts und dem Sammler Comte de Vence. Mit analytischem Verstand und ästhetischem Empfinden sammelte Karoline Kunst, aber auch Porzellan und Naturalien – Bereiche, die in der Ausstellung durch hervorragende Beispiele ebenfalls anschaulich werden.

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, des Landesarchivs Baden-Württemberg und der Università della Svizzera italiana, steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, und Seiner Königlichen Hoheit Prinz Bernhard von Baden.

Forschungsprojekt

Karoline Luises Mahlerey-Cabinet steht im Zentrum eines interdisziplinären Forschungsprojektes, das einen faszinierenden Einblick in die Sammelpraxis und die kunsttheoretischen Diskurse der Aufklärung gibt. Die Ergebnisse des Projektes finden sich im Online-Informationssystem:

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Mehr zum Forschungsprojekt

Karoline Luises Mahlerey-Cabinet steht im Zentrum eines interdisziplinären Forschungsprojektes, in dem ein Team von Wissenschaftler*innen der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, des Generallandesarchivs Karlsruhe (Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, Dr. Thorsten Huthwelker) und der Università della Svizzera italiana (Prof. Dr. Christoph Frank) zusammenarbeiten.

Neben den Bildern des Mahlerey-Cabinets gibt die umfangreiche, größtenteils nicht publizierte schriftliche Korrespondenz der Markgräfin mit mehr als 750 Persönlichkeiten aus ganz Europa einen faszinierenden Einblick in die Sammelpraxis und die kunsttheoretischen Diskurse der Aufklärung.

Finanziell wird das Forschungsprojekt getragen von der VolkswagenStiftung, Hannover, und der Kulturstiftung der Länder, Berlin.

Ausstellung im Generallandesarchiv Karlsruhe

En voyage. Die Europareisen der Karoline Luise von Baden
Juni–Oktober 2015

Im Generallandesarchiv werden Sie eingeladen, mit Markgräfin Karoline Luise auf Europa-Reise zu gehen. Paris, Venedig und Nimes, Antwerpen und Dresden, Mannheim und Düsseldorf sind nur einige Stationen – Stadtansichten, Landkarten und Tagebücher veranschaulichen die Reisen der Markgräfin.

Karoline Luise und der Stadtgeburtstag

Das Jubiläumsjahr 2015 in Karlsruhe, das sind 365 Tage im Zeichen des Stadtgeburtstags und 15 Wochen Festivalsommer vom 17.06.2015 bis zum 24.09.2015.

Kultur-Bloggerreise Karlsruhe-Basel

Die Kunsthalle Karlsruhe, die Karlsruher Tourismus GmbH und die Art & Design Museums Basel haben ihre zweite gemeinsame Bloggerreise durchgeführt. Ausgewählte Blogger*innen aus den Bereichen Kultur, Reise und Lifestyle aus Deutschland und der Schweiz erkundeten die beiden Städte in einem abwechslungsreichen Programm zu Kultur und Kulinarik vom 5. bis 7. Juni.

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Im November 2014 erfuhr die erste Reise dieses Formates große Resonanz in Kultur-Blogs und auf Social Media Kanälen. Anlass für die zweite Reise waren die besonderen Kultur-Highlights, die beide Städte in diesem Sommer bieten.

Karlsruhe feiert seinen 300. Stadtgeburtstag – auf der Reise erfuhren die Blogger*innen im Vorfeld alles über die Feierlichkeiten des Festivalsommers (17.6.–27.9.2015). Die Ausstellungshighlights der Museen wurden vorgestellt und die neue Augmented History App Stadtgeist Karlsruhe präsentierte spannende Geschichten aus Karlsruhe. In der Kunsthalle tauchten die Teilnehmer mit den Kurator*innen ins 18. Jahrhundert und in das Leben der Karlsruher Residenz ein.

Basel wartete mit einer besonderen Ausstellung auf: Mit Marlene Dumas (*1953 in Kapstadt, SA, lebt in Amsterdam) präsentierte die Fondation Beyeler vom 31. Mai bis 6. September 2015 eine herausragende Malerpersönlichkeit der Gegenwart.

Mit “Tabtour” konnte die Stadt dank einer speziell entwickelten Software auf eine erlebnisreiche und interaktive Weise erkundet werden. In der quirligen, multikulturellen Stadt Basel kamen zudem auch Genuss-, Nightlife- und Lifestyle-Fans auf ihre Kosten.

Aus dem Begleitprogramm

Blick von London auf Karlsruhe und Berlin

Ein Interview mit Christoph Vogtherr über aktuell spannende Entwicklungen der internationalen Museumswelt.

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Am 16. Juli hält Dr. Christoph Martin Vogtherr, Direktor der Wallace Collection, einen Vortrag in der Kunsthalle Karlsruhe anlässlich der Ausstellung Die Meister-Sammlerin. Karoline Luise von Baden. Die Wallace Collection in London ist eines der weltweit renommierten Museen für ältere, insbesondere französische Kunst.

Ein Austausch zwischen der Kunsthalle und der Wallace Collection besteht schon länger, wie kam es jetzt zu Ihrem Vortrag?

Die Kunsthalle in Karlsruhe ist eine der herausragen Sammlungen französischer Kunst in Europa – und damit ein offensichtlicher Partner für die Wallace Collection. Ich hatte mich deshalb sehr gefreut, als die Kunsthalle zuerst Kontakt mit uns aufgenahm, um mögliche Projekte zu diskutieren. Meine persönlichen Forschungsschwerpunkte sind die französische Malerei und das europäische Kunstsammeln des 18. Jahrhunderts. Deshalb bin ich sehr froh, am Begleitprogramm der großartigen Karoline Luise-Ausstellung mitwirken zu können, wo beide Themen zusammen kommen.

Was erfahren die Zuhörer in Ihrem Vortrag vom 16. Juli “Zwei Sammler im Vergleich. Karoline Luise von Baden und Friedrich II. von Preußen”?

Mit Karoline Luise von Baden und Friedrich II. von Preußen vergleicht der Vortrag zwei der herausragenden fürstlichen Kunstsammler des mittleren 18. Jahrhunderts. Ich erörtere zunächst die Aufbruchssituation für die Kunstsammlungen im deutschen Reich ab etwa 1700, um dann im Vergleich Typisches und Spezifisches der beiden Sammlungen besser zu fassen. Karoline Luise und Friedrich II. verband eine besondere Vorliebe für die französische Malerei und ein sehr persönliches Interesse an der Kunst; beide unterschieden sich jedoch durch ihren jeweiligen Status – Frau und Mann, Markgräfin und König – und durch ihre finanziellen Möglichkeiten deutlich in ihren Entscheidungen.

Was interessiert Sie persönlich an Karoline Luise?

Karoline Luise ist eine der faszinierendsten Sammlerinnen des 18. Jahrhundert. Karoline Luise hat im europäischen Maßstab gedacht, gelebt und gesammelt. Das ist sehr modern – und besonders berührend. Ihre große Neugierde und ihre intellektuelle Unersättlichkeit sind sehr sympathisch und bringen einem ihre Sammlung sehr nahe. Man fühlt sich unmittelbar von ihren Entscheidungen angezogen. Viel mehr als bei vielen ihrer fürstlichen Zeitgenossen und Zeitgenossinnen spürt man ihre eigene Persönlichkeit. Ihr Verhältnis zur Kunst ist das einer Privatsammlerin.

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