Französische Malerei

17. und 18. Jahrhundert

Die Sammlung französischer Meister des 17. und 18. Jahrhunderts gehört heute zu den wichtigsten ihrer Art in deutschen Museen. Auch in diesem Bereich legte die badische Markgräfin Karoline Luise mit ihrer Sammeltätigkeit einen wichtigen Grundstein. Beispiele nahezu aller Facetten französischer Malerei dieser beiden Jahrhunderte können in Karlsruhe betrachtet werden.

Aus dem Besitz Karoline Luises stammen beispielsweise vier meisterhafte frühe Stillleben von Jean Siméon Chardin (alle um 1728); weitere Früchte- und Jagdstillleben von Nicolas de Largillierre, François Desportes und Henri Horace Roland de la Porte; ein Selbstbildnis von Hyacinthe Rigaud; Landschaften von Jean Pillement; zwei galante Schäferszenen von François Boucher; mythologisierende Akte von Jean-Baptiste Marie Pierre und zwei phantasievolle exotische Genreszenen mit Türken von Claude Joseph Vernet.

Die Toto-Lotto-Mittel des Landes Baden-Württemberg erlaubten es, diesen sehr schönen Grundbestand seit etwa 1960 durch Erwerbungen auszubauen, abzurunden und mit einigen Hauptwerken neue Akzente zu setzen. Zu nennen sind hier etwa Nicolas Poussins „Heilige Familie mit dem Johannesknaben“ (um 1628/29) und Claude Lorrains großformatiges Gemälde „Die Anbetung des Goldenen Kalbes“ (1653).

Im Unterschied zu diesen beiden in Italien arbeitenden Künstlern orientierten sich viele französische Maler des 17. und 18. Jahrhunderts an der niederländischen Kunst. Aus Flandern stammten – und entsprechend flämisch geprägt waren – die vor allem als Porträtisten erfolgreichen Frans Pourbus (Bildnisse des französischen Königs Ludwigs XIII. und seiner Schwester Elisabeth, 1616) und Nicolas de Largillierre („Bildnis eines jungen Edelmannes im Jagdkostüm“, um 1730) sowie der Stilllebenmaler Jean Michel Picart („Blumenstrauß auf einer Brüstung“, 1653). Louise Moillon („Korb mit Pfirsichen und Trauben“, 1631) hatte ebenso niederländische Vorbilder wie Antoine Le Nain („Vorbereitung zur Tanzstunde“, um 1643) und Marguérite Gérard („Schlafe, mein Kind“, um 1788).


Das ausgehende 18. Jahrhundert ist durch bedeutende Porträts von Pierre Paul Prud´hon, Jean-Simon Berthélemy und François-André Vincent sowie durch die Pariser Stadtansicht „Der Abbruch der Häuser auf der Notre-Dame-Brücke 1786/87“ von Hubert Robert vertreten.

Auf die Frage, wohin er einen Liebhaber der französischen Malerei schicken würde, nennt er nicht München, Dresden oder Berlin, sondern, ohne zu zögern, Karlsruhe. Wie nirgendwo sonst sei dort seit dem Wirken von Karoline Luise im achtzehnten Jahrhundert die französische Malerei geliebt und gesammelt worden. Eine Reihe vorbildlicher Museumsleiter habe nach 1945 diese Tradition fortgesetzt und in der Kunsthalle Karlsruhe ein wunderbares Ensemble zusammengetragen.

 

Pierre Rosenberg, langjähriger Generaldirektor des Louvre Paris über französische Kunst in deutschen Sammlungen, FAZ, 9. 9. 2004

 

Kommende Termine

  • Mittwoch 16.04.
    • Ferienmalen
      10:30h
    • Kunstimbiss. Kurzführung
      Das Besondere Blatt, Gestochenes Andachtsbild: Die Große Kreuztragung von Martin Schongauer
      13:00h
    • Open Space
      Tor, Tor, Toor! Das Spiel der Spiele in der Kunst | Erweitertes Angebot in der Jungen Kunsthalle
      14:00h

ACHTUNG Terminverschiebung

Der Termin des Künstlergesprächs mit Franz Ackermann wurde vom 15. April auf den 8. Mai, 19:00 Uhr verschoben.

  • Eintritt

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