Mittelalter und Renaissance

Malerei 14. – 16. Jahrhundert

Die Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Malerei in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, eine der größten in Deutschland, genießt einen internationalen Ruf. Zu den ältesten Zeugnissen für den Kunstsinn des Hauses Baden gehört Hans Baldung Griens große Tafel „Markgraf Christoph I. mit seiner Familie in Anbetung der heiligen Anna Selbdritt“ (um 1511) – ein Bild, in dem sich die religiösen und dynastisch-politischen Anschauungen des Auftraggebers niedergeschlagen haben. Aus der Sammlung der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden (1675 – 1733) stammen zwei kleine, aber überaus schön und kostbar gemalte Bilder von Lucas Cranach d. Ä.: „Maria mit dem Kinde“ (um 1518) und „Das Urteil des Paris“ von 1530. Diese beiden Gemälde bilden den Mittelpunkt einer Gruppe von Cranach-Werken, zu der sakrale und mythologische Darstellungen, aber auch Porträts zählen.

Werke von Hans Baldung Grien sowie von Hans Burgkmair, Martin Schaffner, Bernhard Strigel, Georg Pencz und Matthias Gerung führen den Facettenreichtum der deutschen Renaissance vor Augen. Höhepunkte sind Albrecht Dürers Andachtsbild „Christus als Schmerzensmann“ (um 1493/94) sowie vier Gemälde von Matthias Grünewald: zwei Grisaillen vom Heller-Altar (um 1510) sowie die ergreifenden Darstellungen von Kreuztragung und Kreuzigung Christi (sog. Tauberbischofsheimer Altar, um 1525).

Umfangreich und eindrucksvoll ist der Bestand seeschwäbischer und oberrheinischer Kunst des Mittelalters, darunter die „Johannestäfelchen“ eines Straßburger Meisters (um 1410/20), die großen Marientafeln aus Kloster Lichtenthal (1489) und das Flügelretabel des Konstanzer Bischofs Hugo von Hohenlandenberg (um 1500). Einzigartig sind die sechs für die Straßburger Stiftskirche St. Thomas geschaffenen Tafeln der sog. „Karlsruher Passion“ (um 1455). Sie führen auf höchst anrührende Weise den Leidensweg Christi vor Augen und gelten zu Recht als Glanzleistungen spätmittelalterlicher Malerei. Zugleich ist die in Karlsruhe zu sehende Bildfolge Resultat einer beharrlich über Jahrzehnte sich erstreckende Sammlungspolitik: Alle Tafeln wurden einzeln erworben, die „Dornenkrönung“ als erste 1858, noch in großherzoglicher Zeit, die „Geißelung“ 1999; sie ist eine der großen Neuerwerbungen der letzten 20 Jahre.

Zwar liegt der Schwerpunkt der Karlsruher Sammlung des 14. – 16. Jahrhunderts auf der deutschen Kunst, doch sind auch andere Schulen mit bedeutenden Werken vertreten. So beginnt der Rundgang mit dem Diptychon eines Böhmischen Meisters (um 1360), das auf seiner linken Seite Maria mit dem Kind, auf der rechten Christus als Schmerzensmann zeigt. Eine zweiteilige, typologisch Altes und Neues Testament verbindende Paradiesesdarstellung stammt von einem Französischen Meister (um 1460), die berühmte „Karlsruher Anbetung“ mit der heiligen Familie vor nächtlicher Landschaft vom jungen Paolo Uccello oder einem Florentiner Maler aus seinem Umkreis (um 1440/50). Ein Meisterwerk der Hochrenaissance ist Lorenzo di Credis Rundbild „Maria, das Kind anbetend, mit dem Johannesknaben“ (um 1480). Die altniederländische Malerei ist durch ein Triptychon mit der zentralen Darstellung der „Anna Selbdritt“ vertreten (um 1510), das man dem sogenannten „Meister von Frankfurt“, einem Antwerpener Maler zuschreibt.

 

Kommende Termine

  • Mittwoch 23.04.
    • Ferienmalen
      10:30h
    • Kunstimbiss. Kurzführung
      Feuerbach und die Frauen
      13:00h
    • Open Space
      Tor, Tor, Toor! Das Spiel der Spiele in der Kunst | Erweitertes Angebot in der Jungen Kunsthalle
      14:00h

ACHTUNG Terminverschiebung

Der Termin des Künstlergesprächs mit Franz Ackermann wurde vom 15. April auf den 8. Mai, 19:00 Uhr verschoben.

  • Eintritt

    € 8 / ermäßigt € 6

    Familien € 16
    Für Kinder bis 5 Jahren und Schüler ist der Eintritt frei.

    Gruppen ab 10 Personen erhalten den ermäßigten Eintrittspreis.

     
    Öffnungszeiten

    Di–So, Fei 10–18 Uhr


    Hotline: (0721) 926 26 96

    info@kunsthalle-karlsruhe.de

  • Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

    Hans-Thoma-Straße 2-6

    76133 Karlsruhe

     

    Telefon: (0721) 926 33 59

    Telefax: (0721) 926 67 88

    info@kunsthalle-karlsruhe.de

     

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