Niederländische Malerei

16. und 17. Jahrhundert

Die Abteilung niederländischer Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts umfasst rund 400, in wechselnder Auswahl präsentierter Werke, die den Bilderreichtum jener Epoche, das hohe künstlerische Niveau, die breit gefächerte Vielfalt, aber auch stilistische Entwicklungen vor Augen führen. Viele maßgebliche Meister sind mit bedeutenden Beispielen ihrer Kunst vertreten.

Schon früh bemühten sich die badischen Markgrafen um den Erwerb niederländischer Gemälde. So stammt das kleine Auferstehungs-Triptychon des Antwerpeners Pieter Coecke van Aelst (um 1535) aus der Sammlung des Markgrafen Hermann von Baden-Baden (1628 – 1691). Dieser war als kaiserlicher Feldherr gegen die Türken erfolgreich, wohnte zeitweise in Wien und orientierte sich am Kunstgeschmack der Habsburger. Auf diese Weise fanden auch andere Bilder aus den südlichen, habsburgisch regierten und überwiegend katholischen Niederlanden, insbesondere aus Antwerpen, Eingang in seinen Besitz. Zu nennen sind etwa das monumentale Kohlstillleben von Frans Snyders (um 1610), Frans Franckens facettenreich erzähltes „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ (um 1630), das fein gemalte „Abendessen in der Scheune“ (1634) von David Teniers und ein geniales Frühwerk von Jacob Jordaens: „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ (um 1618).

Die Markgrafen der Linie Baden-Durlach, im Unterschied zur Linie Baden-Baden protestantisch, erwarben ebenfalls niederländische – zumeist nordniederländische – Gemälde. Die meisterhafte Bordellszene „Lockere Gesellschaft“, die der in Antwerpen und Haarlem tätige Jan van Hemessen um 1540 malte – ein Hauptwerk früher Genremalerei –, lässt sich schon im 17. Jahrhundert in der Durlacher Karlsburg nachweisen. Prägend für die Sammlung waren jedoch vor allem die Erwerbungen der kultivierten Markgräfin Karoline Luise von Baden-Durlach (1723 – 1783). Ihr „Mahlerey-Cabinet“ im Karlsruher Schloss umfasste schließlich 200 Bilder, davon in der Mehrzahl Werke holländischer Meister. Hervorgehoben seien das Selbstbildnis Rembrandts (um 1645), Stillleben von Willem van Aelst, Jan Davidsz de Heem, Jan Weeenix, Jan van Huysum und Rachel Ruysch, Landschaften von Nicolaes Berchem und Jan Wynants sowie Genrebilder von Abraham Bloemaert und Gerrit Dou. Dou, ein Schüler Rembrandts, war der Begründer der Leidener Feinmalerschule, die in Karoline Luises Sammlung besonders gut und umfangreich vertreten ist, so etwa durch Werke von Gabriel Metsu und Frans van Mieris. Karoline Luises Lieblingsbild, das sie mit großem Geschick selbst kopierte, war Caspar Netschers „Tod der Kleopatra“ (1673). Ebenfalls zur Gattung der Historie zählt das schon von Johann Joachim Winckelmann bewunderte Gemälde „Antiochos und Stratonike“, das der Amsterdamer Klassizist Gérard de Lairesse 1676 malte.

Bis heute konnten weitere Gemälde flämischer und holländischer Meister für die Karlsruher Kunsthalle erworben werden, darunter bedeutende Werke von Jan Vermeyen, Roelant Savery, Clara Peeters, Peter Paul Rubens, Pieter de Hooch, Jan van der Heyden, Samuel van Hoogstraten, Willem van de Velde, Jacob van Ruisdael und Jan de Bray.

 

Kommende Termine

  • Dienstag 02.09.
    • Werde zum Architekten!
      10:00h
    • Ferienmalen
      10:30h
    • Tor, Tor, Toor! Das Spiel der Spiele in der Kunst | Erweitertes Angebot in der Jungen Kunsthalle
      14:00h

Meister-Rahmen für Meister-Werke

Button: Spendenkampagne, Mahlerey-Cabinet Karoline Luise
  • Eintritt

    € 8 / ermäßigt € 6

    Familien € 16
    Schüler € 2
    Für Kinder bis 5 Jahren ist der Eintritt frei.

    Gruppen ab 10 Personen erhalten den ermäßigten Eintrittspreis.

     
    Öffnungszeiten

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