Tabea Schwarze, 9. August 2022

Feedbackkultur leben, lieben, nutzen

Ob Onlineshopping, Servicehotline oder Ärzt*innenbesuch – die Bitte um Feedback ist allgegenwärtig. Auch für die (Weiter-)Entwicklung digitaler Angebote von Museen sollte dies Grundlage sein.

Um konstruktives Feedback tatsächlich erhalten, korrekt einordnen und zielführend einsetzen zu können, gilt es einige Punkte zu beachten – wir teilen unsere wichtigsten Learnings.

1. Ziele setzen und Zielgruppen definieren

Gerade in Museen steht oft das vermeintliche Ziel, alle erreichen zu wollen, im Fokus. Dass sich Angebote, die sich an eine zu große Zielgruppe – im schlimmsten Fall an „alle“ – richten, nicht zielführend konzipieren, geschweige denn umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Dennoch müssen Kultureinrichtungen ihrem Bildungsauftrag nachkommen und Zugänge für die gesamte Breite der Gesellschaft entwickeln. Das bedeutet aber weniger, dass mit einem Angebot alle erreicht werden können, als vielmehr, dass es unterschiedlicher, zielgruppenspezifischer Wege bedarf.

2. Die Zielgruppe aktiv kennen und verstehen lernen

Damit zielgruppenspezifische Angebote das Zielpublikum auch erreichen können, ist es zunächst unabdingbar, sich dort aufzuhalten, wo die Mitglieder der Zielgruppe präsent sind. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin entwickelte Anwendung wird diese nicht erreichen, wenn sie lediglich auf der Museumswebsite kommuniziert wird.

Aber auch schon in der Konzeptionsphase sollte mit dem Zielpublikum in den Austausch getreten und intensiv zugehört werden, welches die Themen und Bedürfnisse sind, aber auch welche Angebote und Medien regelmäßig genutzt werden. Je mehr man versteht, wie die Zielgruppe diese verwendet und welche Aspekte hieran als reizvoll wahrgenommen werden, desto mehr kann dieses Verständnis in die Entwicklung der Museums-Anwendungen eingesetzt werden.

3. Vorbilder finden und adaptieren

Von der Zielgruppe gerne und vielgenutzte Medien können als quasi indirektes Feedback betrachtet und als Inspiration für eigene Angebote genutzt werden. Voraussetzung ist es auch hier, dass der Zielgruppe zugehört wird und verstanden wurde, warum sie eine bestimmte Anwendung so schätzt: Sind beispielsweise die Inhalte ausschlaggebend für die Nutzung, können das Design und die Usability folglich nicht automatisch auch als Vorbild dienen. Statt einer Eins-zu-eins-Übertragung sollten vielmehr die medienspezifischen Eigenheiten genutzt werden, um Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. So geht es beispielsweise in den sozialen Medien weniger darum, dass Museen vermeintlich humorvolle Videos ihrer Mitarbeiter*innen veröffentlichen sollten, sondern die Sprache und Trends nutzen sollten, um mit den eigenen Inhalten einen Mehrwert für die User*innen zu schaffen. Die kunsthistorische Bedeutung eines Werkes kann und soll dabei in den allermeisten Fällen nicht vollumfänglich vermittelt werden – Ziel ist es, eine Brücke zu der Lebensrealität der User*innen zu schaffen und ein erste Antwortmöglichkeit auf die Frage „Was hat denn Kunst eigentlich mit mir zu tun?“ zu geben.

4. In den Austausch kommen

Austausch auf Augenhöhe sollte stets das A und O sein. Konstruktives und wertvolles Feedback kommt vor allem dann zustande, wenn die Mitglieder einer Zielgruppe wahr-, ernstgenommen und wertgeschätzt werden. Auch hierfür gilt es, einen langen Atem zu bewahren, nicht nur zu fordern, sondern auch zu geben. Immer wieder wird die Einbeziehung der Communities als kurzfristige Maßnahme einer Marketing-Strategie genutzt. So forderten auch Museen schon von User*innen einen relativ hohen Aufwand zu betreiben, um dann eine Freikarte für ein Museum zu erhalten, das sie ggf. aufgrund räumlicher Entfernung nicht besuchen können oder wollen. Warum sollten User*innen Feedback geben, wenn sich die Institution selbst nicht in Diskurse einbringt oder mit den Mitgliedern der Community interagiert?

Dazu zählt auch, dass die sozialen Medien nicht nur als Werbekanal für die eigenen Angebote genutzt, sondern auch hier bereits Mehrwerte generiert werden. Im Sinne des Community-Gedankens sollte es auch Museen in erster Linie darum gehen, wertvolle Inhalte zu vermitteln. Kommunikation auf Augenhöhe heißt hier auch, sich auf Plattformen einzulassen und Wissen für diejenigen bereitzustellen, die das gewählte Medium eben nicht verlassen wollen.

Drei junge Besucher*innen stehen vor einem Blumenstillleben und scheinen sich darüber auszutauschen. Im Vordergrund ist ein weiterer Besucher unscharf zu erkennen.

5. Wertschätzen

Feedback ist besonders dann wertvoll, wenn es nicht nur darum geht, verwertbare Zitate und Zahlen zu generieren, die Stakeholdern wie Förderern vorgelegt werden können, oder das Einholen von Feedback als Teil einer Marketing-Kampagne zu inszenieren,  sondern wenn die Institution wirklich daran interessiert ist, die Rückmeldungen zu verstehen, einzuordnen und zu nutzen.

6. Einordnen

Jedes Feedback sollte wertgeschätzt und gewürdigt, nicht jedes aber direkt umgesetzt werden. Zur Einordnung steht zuallererst die Frage, ob das Feedback zu einem Angebot auch aus der dafür anvisierten Zielgruppe kam: Dass beispielsweise ein Ü65-Publikum wenig mit der Meme-Kultur anzufangen weiß oder eine nicht kunstinteressierte Person nur schwer Zugang zu einem wissenschaftlichen Forschungsangebot findet, ist nachvollziehbar, macht ein Angebot für die dafür vorgesehene Zielgruppe nicht weniger gut. Ähnlich verhält es sich mit anekdotischem Wissen: Ob Bekannte das Design attraktiv finden, man niemanden kennt, der Do it Yourself-Anleitungen umsetzt, oder man selbst sich eine andere Art von Informationsaufbereitung wünschen würde, sollte die Umsetzung eines Angebots nicht beeinflussen. Wir alle wissen, wie stark unsere Meinung zum common knowledge von den Personen, mit denen wir den Großteil unserer Zeit verbringen, geprägt wird. Gerade deshalb gilt es, die Personas der Zielgruppe sehr genau im Blick zu haben.

7. Feedback verwenden – Deutungshoheit abgeben

Das Einlassen auf Feedback aus den jeweiligen Communities ist in den allermeisten Museen glücklicherweise schon Normalität geworden. Damit wird immer auch ein Stück der ehemals im Museum verankerten Deutungshoheit abgegeben, was den Prozess für manche Häuser etwas schmerzvoller werden lässt: Der Fokus verlagert sich von dem, was ein Museum vermitteln möchte, hin zu dem, was die Zielgruppen interessiert.

8. Qualität versus Quantität

Quantität hilft, Einzelmeinungen von allgemeinen Empfindungen zu unterscheiden. Sie hilft auch, Indizien für Erfolg zu identifizieren, allerdings werden die Daten der digitalen Besucher*innen erst dann aussagekräftig, wenn sie richtig interpretiert werden: Ist die Verweildauer eines Angebots hoch, weil die gewünschte Information nicht auf Anhieb auffindbar war oder weil eine Seite besonders interessante Inhalte enthielt? Ist die Absprungrate hoch, weil die gewünschte Information sofort gefunden wurde, weil die Seite zu wenig Anreize bot, sich mit anderen Themen zu beschäftigen, oder gar weil das Konsumieren von Inhalten hier nur unter Anstrengungen möglich ist? Und der Klassiker: Werden bestimmte Angebote nicht mobil genutzt, weil die Zielgruppe hierfür nicht besteht, oder weil die Seite nicht optimal auf eine mobile first / only Nutzung eingestellt ist? Da qualitative Methoden wie die Arbeit mit Fokusgruppen wiederum die quantitativen Aspekte zu stark vernachlässigt, sind wir hier auf der Suche nach zielführenden und datensparsamen neuen Wegen.

9. Erwartungsmanagement und transparente Kommunikation

Was geschieht mit nachvollziehbarem Feedback, das aber nicht umgesetzt werden kann? Seit mehreren Monaten arbeiten wir intensiv an einem Tool, das sich im Prozess der Programmierung sehr viel komplexer darstellte, als zuvor vermutet. Zeitgleich zeigten User*innen-Testings, dass die Erwartungen hoch sind. Erwartungen, die begründet und nachvollziehbar sind, aber derzeit technisch nicht umgesetzt werden können. Unser erster Impuls: Die Besucher*innen darüber informieren und offen kommunizieren, warum bestimmte Aspekte sind, wie sie sind. Aber müssen sich Besucher*innen mit den Herausforderungen von Museen auseinandersetzen oder sollten sie nicht einfach ihren digitalen Besuch genießen können?

10. Austausch jenseits des musealen Kontextes

Der Blick nach außen bleibt wichtig. Auch wenn die Ressourcen der Museen nicht mit denen der freien Wirtschaft mithalten können, erscheinen museale Angebote auf den verschiedenen Plattformen, Suchmaschinen und Kanälen neben kommerziellen Angeboten und müssen sich entsprechend an diesen messen lassen. Spätestens mit der Pandemie sind die Ansprüche der User*innen nochmals signifikant gestiegen: Von Suchen in Online-Sammlungen wird die gleiche Trefferqualität wie von Google erwartet und die übrigen Seiten sollten unbedingt so user*innenfreundlich wie die großer Konzerne sein. Und auch, wenn Museen das in den allermeisten Fällen nicht leisten können, ist es wichtig, diesen Anspruch zu verinnerlichen. Schließlich sind das die Angebote, mit denen Museen konkurrieren: Will Persona X lieber eine Serie streamen, sich mit einer App die Sprachkenntnisse vertiefen oder mit der Kunsthalle in die Tiefen der Geschichten ihrer Sammlung eintauchen?

11. Mit Feedback zur Nachhaltigkeit

Unerlässlich für die Planungen schon in der Konzeptionsphase: Das neue Angebot wird auch langfristig Ressourcen binden. Ohne das kontinuierliche Einholen, Auswerten und Arbeiten mit dem User*innenfeedback sind die Angebote schnell überholt und werden nicht mehr genutzt. Auch deshalb sollten sie von vornherein auf einen continuous relaunch ausgelegt sein.

In diesem Sinne: Wir werden nicht müde, zu fragen, was wir in unserer digitalen Kommunikation, in unseren digitalen Angeboten und auch insgesamt besser machen können. Hinter den Kulissen arbeiten wir an neuen Wegen, wie wir Feedback, Meinungen, Empfindungen, Wünsche und Bedürfnisse effektiver und zielführender einholen können. Für heute bleibt der Wunsch in den Kommentaren zu lesen, was Sie und Ihr denkt! Und wer es anonymer mag: Gerne auch per Mail an digital@kunsthalle-karlsruhe.de

Tabea Schwarze, 9. August 2022

Feedbackkultur leben, lieben, nutzen

Ob Onlineshopping, Servicehotline oder Ärzt*innenbesuch – die Bitte um Feedback ist allgegenwärtig. Auch für die (Weiter-)Entwicklung digitaler Angebote von Museen sollte dies Grundlage sein.

1. Ziele setzen und Zielgruppen definieren

Gerade in Museen steht oft das vermeintliche Ziel, alle erreichen zu wollen, im Fokus. Dass sich Angebote, die sich an eine zu große Zielgruppe – im schlimmsten Fall an „alle“ – richten, nicht zielführend konzipieren, geschweige denn umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Dennoch müssen Kultureinrichtungen ihrem Bildungsauftrag nachkommen und Zugänge für die gesamte Breite der Gesellschaft entwickeln. Das bedeutet aber weniger, dass mit einem Angebot alle erreicht werden können, als vielmehr, dass es unterschiedlicher, zielgruppenspezifischer Wege bedarf.

2. Die Zielgruppe aktiv kennen und verstehen lernen

Damit zielgruppenspezifische Angebote das Zielpublikum auch erreichen können, ist es zunächst unabdingbar, sich dort aufzuhalten, wo die Mitglieder der Zielgruppe präsent sind. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin entwickelte Anwendung wird diese nicht erreichen, wenn sie lediglich auf der Museumswebsite kommuniziert wird.

Aber auch schon in der Konzeptionsphase sollte mit dem Zielpublikum in den Austausch getreten und intensiv zugehört werden, welches die Themen und Bedürfnisse sind, aber auch welche Angebote und Medien regelmäßig genutzt werden. Je mehr man versteht, wie die Zielgruppe diese verwendet und welche Aspekte hieran als reizvoll wahrgenommen werden, desto mehr kann dieses Verständnis in die Entwicklung der Museums-Anwendungen eingesetzt werden.

Das Bild zeigt eine Architekturzeichnung. Darüber steht der Schriftzug Architektur neu erleben und das Logo der Kunsthalle Karlsruhe

YouTube Inhalte aktivieren

Bitte beachten Sie, dass beim Aktivieren auf Ihrem Endgerät Cookies gespeichert werden und eine Verbindung in die USA aufgebaut wird. Die USA ist kein sicherer Drittstaat im Sinne des EU-Datenschutzrechts. Mit Ihrer Einwilligung erklären Sie sich auch mit der Verarbeitung Ihrer Daten in den USA einverstanden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Abspielen
Einen Einblick in die ausführlichen Daten gibt ein kurzes Video, das auf dem YouTube-Kanal von Coding Da Vinci angesehen werden kann.

3. Vorbilder finden und adaptieren

Von der Zielgruppe gerne und vielgenutzte Medien können als quasi indirektes Feedback betrachtet und als Inspiration für eigene Angebote genutzt werden. Voraussetzung ist es auch hier, dass der Zielgruppe zugehört wird und verstanden wurde, warum sie eine bestimmte Anwendung so schätzt: Sind beispielsweise die Inhalte ausschlaggebend für die Nutzung, können das Design und die Usability folglich nicht automatisch auch als Vorbild dienen. Statt einer Eins-zu-eins-Übertragung sollten vielmehr die medienspezifischen Eigenheiten genutzt werden, um Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. So geht es beispielsweise in den sozialen Medien weniger darum, dass Museen vermeintlich humorvolle Videos ihrer Mitarbeiter*innen veröffentlichen sollten, sondern die Sprache und Trends nutzen sollten, um mit den eigenen Inhalten einen Mehrwert für die User*innen zu schaffen. Die kunsthistorische Bedeutung eines Werkes kann und soll dabei in den allermeisten Fällen nicht vollumfänglich vermittelt werden – Ziel ist es, eine Brücke zu der Lebensrealität der User*innen zu schaffen und ein erste Antwortmöglichkeit auf die Frage „Was hat denn Kunst eigentlich mit mir zu tun?“ zu geben.

Kunstwerke anders gedacht

Coding Da Vinci ist eine andere, eine neue Art der Kunstvermittlung. Während die klassische Kunstvermittlung vor allem durch die kunsthistorischen Interpretationen der Werke geprägt ist, geht es beim Kulturhackathon um das Gegenteil. Ähnlich wie beim Digital-Projekt Art of  der Kunsthalle werden die Teilnehmer*innen dazu eingeladen, die Daten bzw. Kunstwerke auf eine ganz neuartige Weise zu interpretieren und in neue Kontexte zu setzen.

Aufgrund dieser intensiven Auseinandersetzung kann sowohl Coding Da Vinci, als auch die Projektergebnisse als eine Form der Vermittlung angesehen werden – von der nicht nur die Teilnehmer*innen, sondern sicherlich auch die Institutionen in hohem Maße profitieren können.

Auch bei den Piranesi-Daten der Kunsthalle konnte eine große Diskrepanz des vorgestellten Inhaltes zu den später erarbeiteten Projekten festgestellt werden, die verdeutlicht, wie facettenreich und alles andere als trivial Perspektiven und Interpretationen sind. So entstand aus der ursprünglichen Kunsthallen-Idee aus den Daten eine Art Erkennungs-App für Architektur-Elemente zu entwickeln, u. a. der Gedanke, ein Spiel zu entwickeln, in dem der Geist Piranesis durch seine Werkstatt führt. Letztendlich eine hervorragende und niederschwellige Form der Vermittlung des Projekts.

Ein Mann zeichnet auf ein großes Plakat und verbildlicht somit die vorgestellten Ideen der Veranstaltung.

4. In den Austausch kommen

Austausch auf Augenhöhe sollte stets das A und O sein. Konstruktives und wertvolles Feedback kommt vor allem dann zustande, wenn die Mitglieder einer Zielgruppe wahr-, ernstgenommen und wertgeschätzt werden. Auch hierfür gilt es, einen langen Atem zu bewahren, nicht nur zu fordern, sondern auch zu geben. Immer wieder wird die Einbeziehung der Communities als kurzfristige Maßnahme einer Marketing-Strategie genutzt. So forderten auch Museen schon von User*innen einen relativ hohen Aufwand zu betreiben, um dann eine Freikarte für ein Museum zu erhalten, das sie ggf. aufgrund räumlicher Entfernung nicht besuchen können oder wollen. Warum sollten User*innen Feedback geben, wenn sich die Institution selbst nicht in Diskurse einbringt oder mit den Mitgliedern der Community interagiert?

Dazu zählt auch, dass die sozialen Medien nicht nur als Werbekanal für die eigenen Angebote genutzt, sondern auch hier bereits Mehrwerte generiert werden. Im Sinne des Community-Gedankens sollte es auch Museen in erster Linie darum gehen, wertvolle Inhalte zu vermitteln. Kommunikation auf Augenhöhe heißt hier auch, sich auf Plattformen einzulassen und Wissen für diejenigen bereitzustellen, die das gewählte Medium eben nicht verlassen wollen.

Tabea Schwarze, 9. August 2022

Feedbackkultur leben, lieben, nutzen

Ob Onlineshopping, Servicehotline oder Ärzt*innenbesuch – die Bitte um Feedback ist allgegenwärtig. Auch für die (Weiter-)Entwicklung digitaler Angebote von Museen sollte dies Grundlage sein.

1. Ziele setzen und Zielgruppen definieren

Gerade in Museen steht oft das vermeintliche Ziel, alle erreichen zu wollen, im Fokus. Dass sich Angebote, die sich an eine zu große Zielgruppe – im schlimmsten Fall an „alle“ – richten, nicht zielführend konzipieren, geschweige denn umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Dennoch müssen Kultureinrichtungen ihrem Bildungsauftrag nachkommen und Zugänge für die gesamte Breite der Gesellschaft entwickeln. Das bedeutet aber weniger, dass mit einem Angebot alle erreicht werden können, als vielmehr, dass es unterschiedlicher, zielgruppenspezifischer Wege bedarf.

Ausschnitt des Gemäldes "Ungleiches Liebespaar" von Hans Baldung, auf dem ein älterer Mann und eine junge Frau zu sehen sind.
Ungleiches Liebespaar: Hans Baldung, 1528
Der Ausschnitt des Gemäldes zeigt einen lachenden Zecher mit Weinglas, der lächelt und den Betrachter*innen zuprostet.
Lachender Zecher mit Weinglas: Gerard von Honthorst – Umkreis, um 1620

2. Die Zielgruppe aktiv kennen und verstehen lernen

Damit zielgruppenspezifische Angebote das Zielpublikum auch erreichen können, ist es zunächst unabdingbar, sich dort aufzuhalten, wo die Mitglieder der Zielgruppe präsent sind. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin entwickelte Anwendung wird diese nicht erreichen, wenn sie lediglich auf der Museumswebsite kommuniziert wird.

Aber auch schon in der Konzeptionsphase sollte mit dem Zielpublikum in den Austausch getreten und intensiv zugehört werden, welches die Themen und Bedürfnisse sind, aber auch welche Angebote und Medien regelmäßig genutzt werden. Je mehr man versteht, wie die Zielgruppe diese verwendet und welche Aspekte hieran als reizvoll wahrgenommen werden, desto mehr kann dieses Verständnis in die Entwicklung der Museums-Anwendungen eingesetzt werden.

Ausschnitt eines Gemäldes von Hans Baldung, auf dem unter anderem Ritter in goldener Rüstung zu sehen sind.
Markgraf Christoph I. von Baden mit seiner Familie in Anbetung vor der Heiligen Anna Selbdritt: Hans Baldung, um 1510
Ausschnitt des Gemäldes "Elisabeth von Frankreich" von Frans Pourbus, auf dem man den Reifrock der Porträtierten sieht.
Elisabeth von Frankreich: Frans Pourbus, 1616
Ausschnitt des Gemüsestilllebens von Frans Synders, auf dem man im Hintergrund Bauern auf dem Feld erkennen kann.
Gemüsestillleben: Frans Snyders, um 1610

3. Vorbilder finden und adaptieren

Von der Zielgruppe gerne und vielgenutzte Medien können als quasi indirektes Feedback betrachtet und als Inspiration für eigene Angebote genutzt werden. Voraussetzung ist es auch hier, dass der Zielgruppe zugehört wird und verstanden wurde, warum sie eine bestimmte Anwendung so schätzt: Sind beispielsweise die Inhalte ausschlaggebend für die Nutzung, können das Design und die Usability folglich nicht automatisch auch als Vorbild dienen. Statt einer Eins-zu-eins-Übertragung sollten vielmehr die medienspezifischen Eigenheiten genutzt werden, um Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. So geht es beispielsweise in den sozialen Medien weniger darum, dass Museen vermeintlich humorvolle Videos ihrer Mitarbeiter*innen veröffentlichen sollten, sondern die Sprache und Trends nutzen sollten, um mit den eigenen Inhalten einen Mehrwert für die User*innen zu schaffen. Die kunsthistorische Bedeutung eines Werkes kann und soll dabei in den allermeisten Fällen nicht vollumfänglich vermittelt werden – Ziel ist es, eine Brücke zu der Lebensrealität der User*innen zu schaffen und ein erste Antwortmöglichkeit auf die Frage „Was hat denn Kunst eigentlich mit mir zu tun?“ zu geben.

Ausschnitt des Gemäldes von Clara Peeters, auf dem man Blumen und Goldpokale erkennen kann.
Stilleben mit Blumen und Goldpokalen: Clara Peeters, 1612
Ausschnitt des Augenbetrüger-Stilllebens von Samuel van Hoogstraten mit vielerlei persönlicher Gegenstände.
Augenbetrüger-Stillleben: Samuel van Hoogstraten, 1666/78
Das Stillleben zeigt vor allem Jagdgeräte und ein totes Rebhuhn.
Stillleben mit Jagdgeräten und totem Rebhuhn: Willem van Aelst, 1668

4. In den Austausch kommen

Austausch auf Augenhöhe sollte stets das A und O sein. Konstruktives und wertvolles Feedback kommt vor allem dann zustande, wenn die Mitglieder einer Zielgruppe wahr-, ernstgenommen und wertgeschätzt werden. Auch hierfür gilt es, einen langen Atem zu bewahren, nicht nur zu fordern, sondern auch zu geben. Immer wieder wird die Einbeziehung der Communities als kurzfristige Maßnahme einer Marketing-Strategie genutzt. So forderten auch Museen schon von User*innen einen relativ hohen Aufwand zu betreiben, um dann eine Freikarte für ein Museum zu erhalten, das sie ggf. aufgrund räumlicher Entfernung nicht besuchen können oder wollen. Warum sollten User*innen Feedback geben, wenn sich die Institution selbst nicht in Diskurse einbringt oder mit den Mitgliedern der Community interagiert?

Dazu zählt auch, dass die sozialen Medien nicht nur als Werbekanal für die eigenen Angebote genutzt, sondern auch hier bereits Mehrwerte generiert werden. Im Sinne des Community-Gedankens sollte es auch Museen in erster Linie darum gehen, wertvolle Inhalte zu vermitteln. Kommunikation auf Augenhöhe heißt hier auch, sich auf Plattformen einzulassen und Wissen für diejenigen bereitzustellen, die das gewählte Medium eben nicht verlassen wollen.

Das Gemälde zeigt die schlichte Ansicht eines Stilllebens mit Pfirsichen und Schmetterling vor schwarzem Hintergrund.
Stillleben mit Pfirsichen und Schmetterling: Adriaen Coorte, um 1693/95
Abbildung eines Gemäldes von einer Waldlandschaft mit einem vom Blitz getroffenen Baum am Bildrand.
Waldlandschaft mit einer vom Blitz getroffenen Buche: Jan van Kessel, 1669

5. Wertschätzen

Feedback ist besonders dann wertvoll, wenn es nicht nur darum geht, verwertbare Zitate und Zahlen zu generieren, die Stakeholdern wie Förderern vorgelegt werden können, oder das Einholen von Feedback als Teil einer Marketing-Kampagne zu inszenieren,  sondern wenn die Institution wirklich daran interessiert ist, die Rückmeldungen zu verstehen, einzuordnen und zu nutzen.

Abbildung des Gemäldes "Blumenstrauß" von Rachel Ruysch. Zu sehen sind viele bunte Blumen vor dunklem Hintergrund.
Blumenstrauß: Rachel Ruysch, 1715
Blumenstrauß: Jan van Huysum, 1714

6. Einordnen

Jedes Feedback sollte wertgeschätzt und gewürdigt, nicht jedes aber direkt umgesetzt werden. Zur Einordnung steht zuallererst die Frage, ob das Feedback zu einem Angebot auch aus der dafür anvisierten Zielgruppe kam: Dass beispielsweise ein Ü65-Publikum wenig mit der Meme-Kultur anzufangen weiß oder eine nicht kunstinteressierte Person nur schwer Zugang zu einem wissenschaftlichen Forschungsangebot findet, ist nachvollziehbar, macht ein Angebot für die dafür vorgesehene Zielgruppe nicht weniger gut. Ähnlich verhält es sich mit anekdotischem Wissen: Ob Bekannte das Design attraktiv finden, man niemanden kennt, der Do it Yourself-Anleitungen umsetzt, oder man selbst sich eine andere Art von Informationsaufbereitung wünschen würde, sollte die Umsetzung eines Angebots nicht beeinflussen. Wir alle wissen, wie stark unsere Meinung zum common knowledge von den Personen, mit denen wir den Großteil unserer Zeit verbringen, geprägt wird. Gerade deshalb gilt es, die Personas der Zielgruppe sehr genau im Blick zu haben.

Das Gemälde "Christus als Schmerzensmann" zeigt einen Mann mit nacktem und blutigem Oberkörper und Dornenkrone. Der Kopf wird der Hand gestützt.
Christus als Schmerzensmann: Albrecht Dürer, um 1492/93
Abbildung des Gemäldes "Christus und Maria als Fürbitter der Menschheit vor Gottvater" von einem Oberschwäbischem Meister.
Christus und Maria als Fürbitter der Menschheit vor Gottvater: Oberschwäbischer Meister, 1519
Abbildung eines Flügelaltars, der die Auferstehung Christi und alttestamentarische Vorbilder zeigt.
Flügelaltar: Die Auferstehung Christi und alttestamentarische Vorbilder: Pieter Coecke van Aelst, um 1535

…, weil sie Geschichte vergegenwärtigen.

Sie machen uns mit Menschen der Vergangenheit bekannt, lassen uns zu Augenzeugen bedeutsamer Ereignisse werden und konfrontieren uns mit längst verschwundenen Landschaften und Bauwerken.

Zeichnung einer Schlacht auf dem Wasser, auf der man einige Segelschiffe während der Schlacht sieht.
Die Eroberung der Royal Prince während der viertägigen Schlacht 1666: Willem van de Velde, 1672
Gemälde einer historischen Ansicht des Antonispoort mit Menschen im Vordergrund und blauem Himmel
Antonispoort, Amsterdam: Jan van der Heyden, um 1663

…, weil sie die Gegenwart als historisch entstanden zeigen.

Das, was heute ist, war nicht immer so und muss auch nicht so bleiben: Das gilt für moralische Ansichten ebenso wie für die Mode. Alte Bilder machen den ständigen Wandel der Zeiten sichtbar.

Abbildung des Gemäldes "Bildnis des Marschalls Charles-Auguste de Matignon".
Bildnis des Marschalls Charles-Auguste de Matignon: Hyacinthe Rigaud, um 1708
Abbildung eines Bildnisses eines Herrn im Jagdkostüm. Seitlich ist ein Hund zu erkennen.
Bildnis eines Herrn im Jagdkostüm: Nicolas de Largillierre, um 1725–1727
Abbildung des Gemäldes "Madame de Vermenoux huldigt Apollo".
Madame de Vermenoux huldigt Apollo: Jean-Étienne Liotard, 1764

…, weil sie die ernsten Seiten des Lebens reflektieren.

Die Maler früherer Jahrhunderte haben nicht nur Schönheit, Anmut und Eleganz gefeiert. Sie haben auch Gewalt und Tod, Unterdrückung, Krieg und Katastrophen in den Blick genommen, oft auf drastische Weise.

Detailansicht des Überfalls auf einen Geleitzug. Man sieht Pferde und kämpfende Männer.
Überfall auf einen Geleitzug: Sebastian Vrancx, 1618
Abbildung des Gemäldes "Kampf zwischen Reitern und Fußvolk vor einer Befestigungsanlage", auf dem selbiges zu sehen ist.
Kampf zwischen Reitern und Fußvolk vor einer Befestigungsanlage: Philips Wouwerman, 1647

…, weil sie vergnüglich sind.

Das Spiegelei für die heilige Anna, die in den Messwein gefallene Spinne, der unglücklich verliebte Zyklop: Alte Bilder erzählen Geschichten, bisweilen grotesk und nicht selten amüsant.

Detailansicht des Lichtenthaler Altars, auf dem eine Küchenmagd bei der Zubereitung von Spiegelei zu sehen ist.
Geburt Mariens: Meister der Lichtenthaler Marienflügel, 1489
Detailausschnitt des Hohenlandenberger Altars, auf dem der Heilige Konrad mit einem Krug zu sehen ist, auf dem sich eine Spinne verirrt hat.
Hohenlandenberg Altar: Heiliger Konrad: Michael Haider (?), um 1500
Abbildung des Gemäldes "Polyphem und Galathea" mit Fokus auf dem unglücklich verliebten Zyklop.
Polyphem und Galathea: Joseph Werner, 1637
Tabea Schwarze, 9. August 2022

Feedbackkultur leben, lieben, nutzen

Ob Onlineshopping, Servicehotline oder Ärzt*innenbesuch – die Bitte um Feedback ist allgegenwärtig. Auch für die (Weiter-)Entwicklung digitaler Angebote von Museen sollte dies Grundlage sein.

1. Ziele setzen und Zielgruppen definieren

Gerade in Museen steht oft das vermeintliche Ziel, alle erreichen zu wollen, im Fokus. Dass sich Angebote, die sich an eine zu große Zielgruppe – im schlimmsten Fall an „alle“ – richten, nicht zielführend konzipieren, geschweige denn umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Dennoch müssen Kultureinrichtungen ihrem Bildungsauftrag nachkommen und Zugänge für die gesamte Breite der Gesellschaft entwickeln. Das bedeutet aber weniger, dass mit einem Angebot alle erreicht werden können, als vielmehr, dass es unterschiedlicher, zielgruppenspezifischer Wege bedarf.

2. Die Zielgruppe aktiv kennen und verstehen lernen

Damit zielgruppenspezifische Angebote das Zielpublikum auch erreichen können, ist es zunächst unabdingbar, sich dort aufzuhalten, wo die Mitglieder der Zielgruppe präsent sind. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin entwickelte Anwendung wird diese nicht erreichen, wenn sie lediglich auf der Museumswebsite kommuniziert wird.

Aber auch schon in der Konzeptionsphase sollte mit dem Zielpublikum in den Austausch getreten und intensiv zugehört werden, welches die Themen und Bedürfnisse sind, aber auch welche Angebote und Medien regelmäßig genutzt werden. Je mehr man versteht, wie die Zielgruppe diese verwendet und welche Aspekte hieran als reizvoll wahrgenommen werden, desto mehr kann dieses Verständnis in die Entwicklung der Museums-Anwendungen eingesetzt werden.

3. Vorbilder finden und adaptieren

Von der Zielgruppe gerne und vielgenutzte Medien können als quasi indirektes Feedback betrachtet und als Inspiration für eigene Angebote genutzt werden. Voraussetzung ist es auch hier, dass der Zielgruppe zugehört wird und verstanden wurde, warum sie eine bestimmte Anwendung so schätzt: Sind beispielsweise die Inhalte ausschlaggebend für die Nutzung, können das Design und die Usability folglich nicht automatisch auch als Vorbild dienen. Statt einer Eins-zu-eins-Übertragung sollten vielmehr die medienspezifischen Eigenheiten genutzt werden, um Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. So geht es beispielsweise in den sozialen Medien weniger darum, dass Museen vermeintlich humorvolle Videos ihrer Mitarbeiter*innen veröffentlichen sollten, sondern die Sprache und Trends nutzen sollten, um mit den eigenen Inhalten einen Mehrwert für die User*innen zu schaffen. Die kunsthistorische Bedeutung eines Werkes kann und soll dabei in den allermeisten Fällen nicht vollumfänglich vermittelt werden – Ziel ist es, eine Brücke zu der Lebensrealität der User*innen zu schaffen und ein erste Antwortmöglichkeit auf die Frage „Was hat denn Kunst eigentlich mit mir zu tun?“ zu geben.

4. In den Austausch kommen

Austausch auf Augenhöhe sollte stets das A und O sein. Konstruktives und wertvolles Feedback kommt vor allem dann zustande, wenn die Mitglieder einer Zielgruppe wahr-, ernstgenommen und wertgeschätzt werden. Auch hierfür gilt es, einen langen Atem zu bewahren, nicht nur zu fordern, sondern auch zu geben. Immer wieder wird die Einbeziehung der Communities als kurzfristige Maßnahme einer Marketing-Strategie genutzt. So forderten auch Museen schon von User*innen einen relativ hohen Aufwand zu betreiben, um dann eine Freikarte für ein Museum zu erhalten, das sie ggf. aufgrund räumlicher Entfernung nicht besuchen können oder wollen. Warum sollten User*innen Feedback geben, wenn sich die Institution selbst nicht in Diskurse einbringt oder mit den Mitgliedern der Community interagiert?

Dazu zählt auch, dass die sozialen Medien nicht nur als Werbekanal für die eigenen Angebote genutzt, sondern auch hier bereits Mehrwerte generiert werden. Im Sinne des Community-Gedankens sollte es auch Museen in erster Linie darum gehen, wertvolle Inhalte zu vermitteln. Kommunikation auf Augenhöhe heißt hier auch, sich auf Plattformen einzulassen und Wissen für diejenigen bereitzustellen, die das gewählte Medium eben nicht verlassen wollen.

5. Wertschätzen

Feedback ist besonders dann wertvoll, wenn es nicht nur darum geht, verwertbare Zitate und Zahlen zu generieren, die Stakeholdern wie Förderern vorgelegt werden können, oder das Einholen von Feedback als Teil einer Marketing-Kampagne zu inszenieren,  sondern wenn die Institution wirklich daran interessiert ist, die Rückmeldungen zu verstehen, einzuordnen und zu nutzen.

6. Einordnen

Jedes Feedback sollte wertgeschätzt und gewürdigt, nicht jedes aber direkt umgesetzt werden. Zur Einordnung steht zuallererst die Frage, ob das Feedback zu einem Angebot auch aus der dafür anvisierten Zielgruppe kam: Dass beispielsweise ein Ü65-Publikum wenig mit der Meme-Kultur anzufangen weiß oder eine nicht kunstinteressierte Person nur schwer Zugang zu einem wissenschaftlichen Forschungsangebot findet, ist nachvollziehbar, macht ein Angebot für die dafür vorgesehene Zielgruppe nicht weniger gut. Ähnlich verhält es sich mit anekdotischem Wissen: Ob Bekannte das Design attraktiv finden, man niemanden kennt, der Do it Yourself-Anleitungen umsetzt, oder man selbst sich eine andere Art von Informationsaufbereitung wünschen würde, sollte die Umsetzung eines Angebots nicht beeinflussen. Wir alle wissen, wie stark unsere Meinung zum common knowledge von den Personen, mit denen wir den Großteil unserer Zeit verbringen, geprägt wird. Gerade deshalb gilt es, die Personas der Zielgruppe sehr genau im Blick zu haben.

Ein Mann zeichnet auf ein großes Plakat und verbildlicht somit die vorgestellten Ideen der Veranstaltung.

…, weil sie Geschichte vergegenwärtigen.

Sie machen uns mit Menschen der Vergangenheit bekannt, lassen uns zu Augenzeugen bedeutsamer Ereignisse werden und konfrontieren uns mit längst verschwundenen Landschaften und Bauwerken.

Tabea Schwarze, 9. August 2022

Feedbackkultur leben, lieben, nutzen

Ob Onlineshopping, Servicehotline oder Ärzt*innenbesuch – die Bitte um Feedback ist allgegenwärtig. Auch für die (Weiter-)Entwicklung digitaler Angebote von Museen sollte dies Grundlage sein.

1. Ziele setzen und Zielgruppen definieren

Gerade in Museen steht oft das vermeintliche Ziel, alle erreichen zu wollen, im Fokus. Dass sich Angebote, die sich an eine zu große Zielgruppe – im schlimmsten Fall an „alle“ – richten, nicht zielführend konzipieren, geschweige denn umsetzen lassen, liegt auf der Hand. Dennoch müssen Kultureinrichtungen ihrem Bildungsauftrag nachkommen und Zugänge für die gesamte Breite der Gesellschaft entwickeln. Das bedeutet aber weniger, dass mit einem Angebot alle erreicht werden können, als vielmehr, dass es unterschiedlicher, zielgruppenspezifischer Wege bedarf.

Die Rückseite eines Werkes, die Rückschlüsse zu dessen Provenienz zulässt

2. Die Zielgruppe aktiv kennen und verstehen lernen

Damit zielgruppenspezifische Angebote das Zielpublikum auch erreichen können, ist es zunächst unabdingbar, sich dort aufzuhalten, wo die Mitglieder der Zielgruppe präsent sind. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin entwickelte Anwendung wird diese nicht erreichen, wenn sie lediglich auf der Museumswebsite kommuniziert wird.

Aber auch schon in der Konzeptionsphase sollte mit dem Zielpublikum in den Austausch getreten und intensiv zugehört werden, welches die Themen und Bedürfnisse sind, aber auch welche Angebote und Medien regelmäßig genutzt werden. Je mehr man versteht, wie die Zielgruppe diese verwendet und welche Aspekte hieran als reizvoll wahrgenommen werden, desto mehr kann dieses Verständnis in die Entwicklung der Museums-Anwendungen eingesetzt werden.

Blick in die Säle der Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe

3. Vorbilder finden und adaptieren

Von der Zielgruppe gerne und vielgenutzte Medien können als quasi indirektes Feedback betrachtet und als Inspiration für eigene Angebote genutzt werden. Voraussetzung ist es auch hier, dass der Zielgruppe zugehört wird und verstanden wurde, warum sie eine bestimmte Anwendung so schätzt: Sind beispielsweise die Inhalte ausschlaggebend für die Nutzung, können das Design und die Usability folglich nicht automatisch auch als Vorbild dienen. Statt einer Eins-zu-eins-Übertragung sollten vielmehr die medienspezifischen Eigenheiten genutzt werden, um Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. So geht es beispielsweise in den sozialen Medien weniger darum, dass Museen vermeintlich humorvolle Videos ihrer Mitarbeiter*innen veröffentlichen sollten, sondern die Sprache und Trends nutzen sollten, um mit den eigenen Inhalten einen Mehrwert für die User*innen zu schaffen. Die kunsthistorische Bedeutung eines Werkes kann und soll dabei in den allermeisten Fällen nicht vollumfänglich vermittelt werden – Ziel ist es, eine Brücke zu der Lebensrealität der User*innen zu schaffen und ein erste Antwortmöglichkeit auf die Frage „Was hat denn Kunst eigentlich mit mir zu tun?“ zu geben.

Dr. Astrid Reuter, 18. Februar 2022

Künstlerinnen der Kunsthallen-Sammlung – meine persönliche Top 10 + 1

Heute sind Frauen aus dem Kunstbetrieb nicht wegzudenken. Doch auf wessen Schultern stehen sie?

Schaut man in die Sammlung der Karlsruher Kunsthalle, so erscheint die Zahl der Künstlerinnen im Vergleich zu den zahlreichen männlichen Namen bescheiden. Aber es gibt sie durchaus und es werden mehr. Erst kürzlich gelang die Erwerbung eines Selbstbildnisses der französischen Künstlerin Marie Guilhelmine Benoist (1768–1826), in dem sich biographischer und gesellschaftspolitischer Wandel in unerwarteter Weise verbinden.

Der bildlich thematisierte Atelierwechsel der jungen Künstlerin – von Elisabeth Vigée-Lebruns als Vertreterin des Ancien Régîme zu Jacques-Louis David, dem zukünftigen Maler Napoleons – wird zum Zeichen für den Umbruch vom Rokoko zum Klassizismus.

Die hier vorgestellte Auswahl von zehn Frauen ist nicht repräsentativ. Sie spiegelt persönliche Entdeckungen, Interessen und Vorlieben.

Von der Schönheit der Welt: Clara Peeters

(Antwerpen um 1588/90 – nach 1821 Antwerpen)

Prachtvolle Gegenstände, kulinarische Köstlichkeiten und exotische Raritäten – die Stillleben der flämischen Malerin Clara Peeters verstehen, den Blick zu fesseln. Es ist die Freude an ausgesuchten Details, die aus der Betrachtung ein Erlebnis werden lässt. Die Natur und die Dinge wetteifern ungeachtet ihrer Vergänglichkeit um die Aufmerksamkeit. Allein die Kunst sichert die Langlebigkeit. Sie triumphiert und mit ihr die Malerin, die sich in den kugelförmigen Buckeln des Pokals vielfach spiegelt. Clara Peeters, die Anfang des 17. Jahrhunderts in der prosperierenden Stadt Antwerpen arbeitete, gehört zu den frühen Stilllebenmalerinnen.

Abbildung des Gemäldes Stilleben mit Blumen und Goldpokalen von Clara Peeters

Bildnisse, so zart wie Puder: Rosalba Carriera

(Venedig 1675 – 1757 Venedig)

Das Pastell galt lange Zeit als weibliche Technik und wird verschiedentlich auch heute noch als eine solche bezeichnet. Zu denjenigen, die der subtilen Kunst zu einer Blüte verhalfen, gehörte die Venezianerin Rosalba Carriera. Während ihres Parisaufenthaltes 1721 leitete sie dort eine regelrechte „Pastellmode“ ein. Vor allem Bildnisse wurden in Pastell ausgeführt, da die samtige Oberfläche der Beschaffenheit der Haut besonders nahekommt. Die fragile Technik barg jedoch auch Gefahren. Unachtsame Berührungen oder Erschütterungen konnten die Kreideoberflächen nachhaltig beschädigen. Neben der obligatorischen Verglasung beschäftigte man sich daher im 18. Jahrhundert intensiv mit der Frage eines festigenden Überzugs, dem sogenannten Firnis. Rosalba Carriera gab ihren Werken zum Schutz auf Reisen Gebete mit auf den Weg – und noch heute verlassen die kostbaren und empfindlichen Werke der Künstlerin nur selten ihre angestammten Plätze.

Abbildung des Gemäldes Rosalba Carriera

Künstlerin und Kennerin: Karoline Luise von Baden

(Darmstadt 1723 – 1783 Paris)

Heute vor allem als kritisch abwägende und international vernetzte Kunstsammlerin bekannt, die mit ihren Erwerbungen einen entscheidenden Grundstock der Karlsruher Sammlung legte, überrascht die Markgräfin mit eigenen Zeichnungen und hervorragend ausgeführten Kopien. Sie beherrschte sowohl die Pastell- als auch die Ölmalerei und erlernte zudem druckgrafische Techniken. Zu ihren Lehrern gehörte der Genfer Pastellmaler Jean-Étienne Liotard, der ein Porträt der jungen Prinzessin an der Staffelei anfertigte, das in der Kunsthalle zu sehen ist. Seine begabte Schülerin erwies sich als ausgesprochen lernwillig: Ihre Unterrichtsnotizen haben sich im Generallandesarchiv in Karlsruhe erhalten. Praktische Kenntnisse und die für ihre Erwerbungen nötige künstlerische Urteilskraft waren für Karoline Luise untrennbar miteinander verbunden.

Gemälde der Prinzessin Karoline Luise von Hessen-Darmstadt von Jean Etienne Liotard

International erfolgreich: Angelika Kauffmann

(Chur 1741 – 1807 Rom)

In Chur geboren, bei ihrem Vater ausgebildet, früh nach Italien gereist, Gründungsmitglied der Royal Academy in London und höchst erfolgreich in Rom. Angelika Kauffmann zählt zweifellos zu den namhaften deutschen Künstlerinnen. „Miss Angel“ genannt, ging sie als „weiblicher Raffael“ in die Kunstgeschichte ein, war mit Joshua Reynolds, einem der wichtigsten englischen Maler des 18. Jahrhunderts, gut bekannt und stand in engem Austausch mit Johann Wolfgang Goethe. „The whole world is angelicamad“ – Die enorme Popularität ihrer Werke spiegelt sich in den Porzellanen, die mit ihren Kompositionen verziert wurden, und der großen Zahl an Reproduktionsstichen, die bereits zu Lebzeiten ihre Werke verbreiteten. Die Kunsthalle besitzt 95 dieser Grafiken, einige von ihnen kamen bereits im 18. Jahrhundert in die Sammlung. Damals stand kurzzeitig der Vorschlag im Raum, die Künstlerin zur Gründung einer Kunstakademie nach Karlsruhe zu holen.

Fragen der Autorschaft: Marguerite Gérard

(Grasse 1761 – 1837 Paris)

Im Jahr 1979 erwarb die Kunsthalle ein Werk von Marguerite Gérard: Schlaf Kindlein, schlaf. Das feinmalerisch ausgeführte Gemälde bezeugt die enge Orientierung der Künstlerin an der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts. Im südfranzösischen Grasse geboren, zog sie nach der Heirat ihrer Schwester – einer ausgebildeten Miniaturmalerin – mit dem Künstler Jean-Honoré Fragonard nach Paris und lebte dort im Haushalt des Paares. Die räumliche Nähe und gewisse Parallelen in ihrem Schaffen zu Fragonard führten zu Unsicherheiten bei der Zuschreibung ihrer Werke: War Fragonard an ihrer Entstehung maßgeblich beteiligt? Diese Frage wurde auch im Hinblick auf das Karlsruher Bild gestellt, ein zeitgenössischer Reproduktionsstich gibt jedoch die Künstlerin als alleinige Autorin an.

Abbildung des Gemäldes "Schlafe, mein Kind" von Marguerite Gérard

Offiziell immatrikuliert: Marie Ellenrieder

(Konstanz 1791 – 1863 Konstanz)

In der Stephanskirche in Karlsruhe ist ein großformatiges Altargemälde von der Hand Marie Ellenrieders zu bewundern und auch die Kunsthalle bewahrt mehrere Gemälde und Zeichnungen der Künstlerin. Die meisten von ihnen kamen als sogenannte Pflichtbilder in die Sammlung, zu deren Abgabe Marie Ellenrieder als besoldete Hofmalerin aufgerufen war. Die Künstlerin führte ein für ihre Zeit ungewöhnliches Leben: Sie war im Jahr 1813 als erste Studentin in der offiziellen Immatrikulationsliste der Münchner Kunstakademie gelistet, reiste zwei Mal für viele Monate nach Italien und führte zahlreiche repräsentative Werke mit religiösen Inhalten aus.

Abbildung des Selbstbildnisses von Marie Ellenrieder

Künstlerin und Künstlerfrau: Alice Trübner

(Bradford 1875 – 1916 Berlin)

„Jedenfalls gehört Alice Trübner zu den in der Tat interessantesten deutschen Malerinnen.“ schrieb der Kunstkritiker Hans Rosenhagen 1905 in einer Ausstellungsrezension. Die zu dieser Zeit dreißigjährige Künstlerin hatte in München unter anderem bei Max Slevogt und in Frankfurt bei Wilhelm Trübner studiert, den sie im Jahr 1900 heiratete. Nur drei Jahre später zog sie mit ihrem Mann nach Karlsruhe, wo dieser eine Professur an der Kunstakademie erhielt. Alice Trübner trat als selbstbestimmte Frau hervor und ging auch in ihrer Kunst eigene Wege. Die befreundete Else Lasker-Schüler widmete ihr ein Porträtgedicht, in dem es heißt:

„Sie thronte einen Himmel hoch
Über die Freunde.

O sie war eine Sternin –
Schimmer streute sie von sich.

Eine Herzogin war sie
Und krönte den armseligsten Gast.

Manchmal aber kam sie vom West:
Ein Wetter in Blitzfarben“

Abbildung des Gemäldes Schloss Hemsbach bei Weinheim von Alice Trübner

Inspiration Paris: Paula Modersohn-Becker

(Dresden 1876 – 1907 Worpswede)

Paris ist bis heute ein Sehnsuchtsort und war schon in früheren Zeiten für zahlreiche Künstler und Künstlerinnen ein vielversprechendes Ziel. Paula Modersohn-Becker verbrachte dort ihre fruchtbarste künstlerische Zeit. Die Intensität, mit der sie die Stadt erlebte und die Kunst geradezu in sich aufsaugte, spiegelt sich in ihren Tagebucheinträgen. Während die Antike sie in ihrer „eisigen Objektivität“ erdrückte, wurde der Louvre ihr „A und O“, in dem sie oft „nach Herzenslust badete“. Zu den großen Pariser Entdeckungen gehörte für Paula Modersohn-Becker die Kunst Paul Cézannes, dessen Einfluss sich auch in dem kleinen Karlsruher Stillleben zeigt.

Abbildung von Paula Modersohn-Beckers Obst- und Gemüsestillleben

Künstlerin und Museumsfrau: Hilla von Rebay

(Straßburg 1890 – 1967 Westport/Connecticut)

Die Kunsthalle besitzt ein Gemälde von Hilla von Rebay, das 1951 als Schenkung der Künstlerin in die Sammlung kam. Rebay, Cousine des damaligen Direktors Kurt Martin, war 1927 in die USA übergesiedelt und wirkte maßgeblich am Aufbau der Sammlung und der Einrichtung des Guggenheim Museums in New York mit. Ihr Interesse galt der gegenstandslosen Malerei von Künstlern wie Wassily Kandinsky, dessen Werke einen prominenten Platz im 1959 eingeweihten Museum einnahmen. Während der Planungen des bis heute ikonischen Gebäudes stand Hilla Rebay in engem Austausch mit dem Architekten Frank Lloyd Wright.

Mit Papier und Schere: Hannah Höch

(Gotha 1889 – 1978 Berlin)

Papier, Schere und Klebstoff – mehr brauchte es für die Künstlerin nicht, um Realität und Fiktion zu neuen Welten zu verbinden. Hannah Höch ist eine Meisterin der Collage. Sie verzahnt banale Nebensächlichkeiten so miteinander, dass der Boden des Vertrauten zu schwanken beginnt. Ihre Werke sind humorvoll, ironisch und grotesk, nachdenklich und manches Mal auch bitter. Sie war eng mit dem Dadaisten Kurt Schwitters befreundet und über Jahre hinweg (bis zu einer schmerzhaften Trennung) mit dem Berliner Künstler Raoul Hausmann liiert.

Ihre Karlsruher Collage ist nach dem Kanon Was müssen das für Bäume sein… benannt und Schwitters gewidmet.

Daniela Sistermanns, 11. Februar 2022

Das geschlossene Museum: Über Chancen im Aufbruch

Das, worauf sich alle Museen bundesweit während der Corona-Pandemie immer wieder einstellen mussten, ist seit dem 1. November 2021 für die Kunsthalle zu einem Dauerzustand geworden: das geschlossene Museum.

Wir dürfen uns nichts vormachen: Sieben Jahre sanierungsbedingte Schließzeit wird für das Team der Kunsthalle eine besondere Herausforderung – und dies gilt ausnahmslos für jeden Arbeitsbereich. Und auch wenn hinter den Kulissen die Umzugsvorbereitungen auf Hochtouren laufen, gesichtet, gepackt, kalkuliert und geplant wird, laufen parallel die originären Aufgaben der Kolleg*innen weiter.

Die Abteilung Kommunikation ist zwar aktuell nicht mit Konzepten zur Bewerbung und digitalen Vermittlung aktueller Ausstellungen beschäftigt, wird aber spätestens seit dem vergangenen Jahr intensiv von vielen Fragen umgetrieben: Wie bleibt ein geschlossenes Museum lebendig? Wie können wir in diesen Zeiten unseren Bildungsauftrag erfüllen? Wie erfüllen wir auch innerhalb dieser so großen (und so wichtigen Zäsur!) einen unserer wichtigsten Aufträge als Museum, nämlich den, die Sammlung weiterhin zu vermitteln? Diese Fragen wurden umso drängender, da durch die Schließzeit die digitalen Weichen, die bereits in den vergangenen Jahren so umfangreich gestellt wurden, nun unser Hauptkommunikationsmedium werden.
Als ich vor fast genau einem Jahr die Abteilungsleitung der Kommunikation in einem Haus übernahm, das kurz vor der Schließzeit stand, war genau dieser Aspekt einer, der mich sehr reizte – vor dem ich gleichzeitig aber auch einen riesigen Respekt verspürte. Die Aufgaben, die uns bevorstehen, werden wahrscheinlich mit keinen bisherigen Projekten vergleichbar sein, in denen wir zuvor mitgewirkt haben – uns steht eine aufregende Zeit bevor!

Aber wie genau entwickelt man ein Kommunikationskonzept für ein Museum, das zeitweise nur im Digitalen und temporär an Interimsstandorten existiert? Allen Maßnahmen vorangestellt ist natürlich der Blick auf die unterschiedlichen Zielgruppen: Somit müssen unsere Besucher*innen, die die analoge Form der Information und Vermittlung schätzen, genauso innerhalb eines ganzheitlichen Konzepts gedacht werden, wie auch diejenigen, die ohnehin aus unterschiedlichen Gründen vorrangig den digitalen Zugang zur Kunsthalle suchen. Die verschiedenen Kommunikationsformen müssen auch mit Blick auf die Dauer der Schließzeit langfristiger gedacht und breiter aufgestellt sein als bei einer üblichen Ausstellungskampagne, die im Vergleich für eine sehr begrenze Laufzeit relevant ist und sich je nach Thema oftmals auch an ein sehr spezifisches Zielpublikum richtet.

360° Grad-Tour als sukzessive Erweiterung

Ein erster Wegbereiter für die digitale Interimszeit war die Erstellung einer 360° Grad-Tour der Kunsthalle. Das ist mittlerweile ein beliebter Ansatz in vielen Einrichtungen, der sich vor allem während der Corona-Zeit etabliert hat, um einen Zugang zu Ausstellungspräsentationen zu schaffen, die aktuell nicht besuchbar sind. Für die Kunsthalle ist dieser virtuelle Erlebnisraum gleichzeitig aber auch eine Form der Konservierung – denn die Architektur und Sammlungspräsentation, wie sie innerhalb des 360°-Rundgangs zu sehen ist, wird nach der Sanierung so nie wieder erlebbar sein. Die virtuelle Tour wurde von Beginn als Basis-Angebot gedacht, das in den kommenden Monaten und auch Jahren um partizipative Elemente erweitert wird. Pünktlich zur Schließung der Kunsthalle am 1. November launchten wir daher eine Quiz-Challenge innerhalb der virtuellen Tour, die einen spielerischen Ansatz verfolgt: Hierbei können die digitalen Besucher*innen ihr Wissen rund um die Kunsthalle und ihre Werke testen und sich so Raum für Raum „freispielen“ und sogar ihre Best-Zeiten messen.

Screenshot einer Fragestellung innerhalb der 360 Grad Challenge der Kunsthalle Karlsruhe.
Auszug aus der 360 Grad Challenge

Aktuell stehen wir vor zwei weiteren großen Erweiterungen der 360°-Tour: Um der zweidimensionalen Videokonferenz-Ästhetik etwas entgegenzusetzen, verfolgen wir die Umsetzung von Live-Führungen durch die 360°-Umgebung. Zwei Kolleginnen der Abteilung Sammlung und Wissenschaft werden im Dialog durch die virtuelle Kunsthalle schreiten und über die typischen Bildbetrachtungen hinaus dabei sowohl spannende als auch ungewöhnliche Einblicke in die Räumlichkeiten des Museums gewähren. Während der Entwicklungsphase mussten wir uns aber auch immer wieder aufgrund technischer Machbarkeit von Wünschen verabschieden. Die Live-Führung wird über einen YouTube-Stream verfolgbar sein; die User*innen sind animiert per Chat-Funktion Wünsche zu äußern oder Fragen an die Kolleginnen zu stellen. In bereits zwei Probeläufen haben wir gemeinsam mit ausgewählten Test-Personen das neue Format sowohl technisch als auch inhaltlich vorstellen können, dabei viel positives Feedback und wichtige Hinweise erhalten, sodass wir im März an den offiziellen Start gehen.

Der dritte Baustein zur Erweiterung der 360°- Tour erinnert zugegebenermaßen an beliebte Lebenssimulations-Games: Mittels eines Atelier-Tools werden die digitalen Besucher*innen im imposanten grünen Saal der Kunsthalle selbst zu Kurator*innen werden. Dabei steht eine Reihe von Werken, die einen Querschnitt durch die renommierte Museumssammlung bilden, zur Auswahl, und sind mit verschiedenen historischen Rahmen kombinierbar. Über die Auswahlmöglichkeiten erhalten die User*innen auch hier einen spielerisch-informativen Zugang zu den einzelnen Kunstwerken, sie können sich intuitiv über epochenspezifische Eigenheiten informieren, kreativ betätigen und die Ergebnisse mit ihrer Community teilen.

Podcast als wichtiges Interimsmedium

Ein großer Umbruch steht der Kunsthalle auch in Sachen „Podcast“ bevor: Der bislang existierende Podcast Kunstgedanken, in dem Menschen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft zu Wort gekommen sind, wird substanziell gerelauncht. Innerhalb eines Workshops mit dem Podcast-Experten Thomas Frank hat sich das Kunsthallen-Team die Frage gestellt: Was soll ein guter Museums-Podcast leisten? Welche Zielgruppen wollen wir damit erreichen und welche Themen könnten für die – zum Teil neu zu erschließende – Hörerschaft interessant sein? Das Ergebnis dieses Tages und weiterer interner Brainstorming-Termine war ein riesiger Berg an vielen und größtenteils auch unkonventionellen Ideen, die 2022 endlich Form annehmen sollen. Uns ist es vor allem wichtig, dass die zukünftigen Podcast-Formate der Kunsthalle genauso facettenreich sind, wie das Museum selbst und auf die verschiedenen Bedürfnisse der Zuhörerschaft eingehen. Von kurzweilig bis episch, von leicht zugänglich bis zu nerdy: Die Formate sollen unterhaltend sein, dennoch tiefgründigere Zugänge bieten, zu Diskursen anregen und vor allem neue Perspektiven öffnen!

In all den digitalen Möglichkeiten werden wir selbstverständlich neben den ohnehin schon digital Affinen auch unsere Besucherschaft mitdenken und mitnehmen, die sich vorrangig für die analogen Informationswege interessieren. Somit soll kurzerhand unser Quartalsprogramm, das regelmäßig über Ausstellungen und Veranstaltungen berichtete, zu einem Format transformiert werden, das Geschichten aus der Sanierungsphase genauso aufgreifen soll wie aktuelle Fragestellungen – dies gepaart mit dem Hinweis auf unser digitales (Führungs-)Angebot, das innerhalb der Schließzeit regelmäßig stattfinden wird. Mit dem Start der großen Sammlungs-Präsentation im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien ab Herbst 2022 werden sich auch in diesem Rahmen sicherlich viele neue Anknüpfungspunkte ergeben.

Das Museum kann überall stattfinden

Bei all diesen Plänen und mit Blick auf die bisherigen kommunikativen Wege treibt uns aber auch immer wieder eine Frage um, auf die wir noch keine befriedigende Antwort gefunden haben: Wenn wir einen Großteil der Kunsthallen-Aktivitäten im Digitalen stattfinden lassen, wie können wir es schaffen, dass der Diskurs innerhalb der Community verstärkt wird? Wie kann man vermehrt in den Dialog treten und teilhaben an den Bedürfnissen der unterschiedlichen User*innen? Nachhaltige Interaktionen und Kommentare innerhalb unserer Social Media-Kanäle sind weniger geworden. Digitale Aufrufe und Fragen werden oftmals nicht in Anspruch genommen. Will sich eine bestimmte Generation von User*innen vielleicht einfach nicht mitteilen? Oder sind die Kanäle, die wir zur Verfügung haben, für diese Form der Interaktion die falschen?

Ich kehre zurück zu unserer Ausgangslage: das geschlossene Museum. Drei Worte, die vielleicht erst einmal angsteinflößend wirken. Ich sehe aber vor allem viele Chancen in diesem Aufbruch. Langjährige Modelle, egal in welchem Arbeitsbereich, können in neuem Licht erscheinen, aus anderen Perspektiven betrachtet und kritisch hinterfragt werden. Für die Abteilung Kommunikation sind die skizzierten Schließzeit-Projekte nur ein Auftakt in diesem Aufbruch, der uns vor die große Herausforderung stellt, unser Zielpublikum neu zu denken sowie neue und zum Teil unkonventionelle Wege zu suchen, damit die Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe auch weiterhin im Gedächtnis der Menschen haften bleibt. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, die Institution „Museum“ neu zu denken: Als einen Ort, der nicht abhängig von physischen Besuchen ist, sondern als einen Ort, der überall stattfinden kann.

Dr. Astrid Reuter, 18. Februar 2022

Künstlerinnen der Kunsthallen-Sammlung – meine persönliche Top 10 + 1

Heute sind Frauen aus dem Kunstbetrieb nicht wegzudenken. Doch auf wessen Schultern stehen sie?

Schaut man in die Sammlung der Karlsruher Kunsthalle, so erscheint die Zahl der Künstlerinnen im Vergleich zu den zahlreichen männlichen Namen bescheiden. Aber es gibt sie durchaus und es werden mehr. Erst kürzlich gelang die Erwerbung eines Selbstbildnisses der französischen Künstlerin Marie Guilhelmine Benoist (1768–1826), in dem sich biographischer und gesellschaftspolitischer Wandel in unerwarteter Weise verbinden.

Der bildlich thematisierte Atelierwechsel der jungen Künstlerin – von Elisabeth Vigée-Lebruns als Vertreterin des Ancien Régîme zu Jacques-Louis David, dem zukünftigen Maler Napoleons – wird zum Zeichen für den Umbruch vom Rokoko zum Klassizismus.

Die hier vorgestellte Auswahl von zehn Frauen ist nicht repräsentativ. Sie spiegelt persönliche Entdeckungen, Interessen und Vorlieben.

Als sich einige Jahre später die Förderlinie Creative Europe der Europäischen Union für die grenzüberschreitende Interaktion verschiedener Einrichtungen einsetzte, war dies für die Kunsthalle das Signal, den Aktionsradius des Museums international zu erweitern.

Unsere Wunschpartner waren das Musée des Beaux-Arts in Lyon und die Scottish National Galleries in Edinburgh. Alle drei Institutionen liegen nicht in den Hauptstädten ihrer Länder; alle drei zählen zu den frühen musealen Gründungen im 19. Jahrhundert; alle drei Häuser sammeln spartenübergreifend Kunst von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart; alle besitzen Hauptwerke der europäischen Kunstgeschichte, aber auch weniger bekannte Werke von regional tätigen Künstlern und Künstlerinnen.

Nach einer längeren Phase der Themensuche im Kreis des siebenköpfigen internationalen Kurator*innenteams fiel die Entscheidung für das „Selbstporträt“. Diese Gattung ist aufs engste mit der Geschichte der Emanzipation des europäischen Künstlersubjektes verbunden und ist in allen drei Sammlungen breit vertreten. Die EU-Förderlinie Creative Europe bot den Rahmen zur gemeinsamen Beantragung von Finanzmitteln, die vor allem der Vermittlungsarbeit zu Gute kamen.

Nach einer vierjährigen Vorbereitungszeit entstanden drei Ausstellungen mit sehr großen Schnittmengen bei den Werken, aber auch mit der Möglichkeit, in jedem Haus eigene Akzente zu setzen. Die Kunstgeschichte des Selbstporträts wurde im Zusammenspiel der drei Sammlungen nicht in der zeitlichen Ordnung des Nacheinander, sondern eher in Bruchstücken erzählt – als eine Kette von Knotenpunkten im Netzwerk der europäischen Kunstgeschichte. Für alle drei Museen und ihre kuratorischen Teams war diese kooperative Form der Museumsarbeit eine lohnende Erfahrung, die sich auch in einer überaus positiven Besucher- und Medienresonanz spiegelte.

Zu fragen ist: Brauchen wir heute seitens der Museen einen dezidierten Einsatz für Europa? Ist dies ein vertretbares Anliegen angesichts einer heute gleichfalls notwendigen Kritik eurozentristischen Denkens? Wir meinen, dass die Stärkung des Europas der Sammlungen und der Kompetenzen auch künftig ein lohnendes Projekt ist. Das Europa der Kulturen war immer ein Produkt des Austauschs; europäische Geschichte war in ihren produktiven Phasen immer Beziehungsgeschichte –verwoben mit der außereuropäischen Welt, aber auch dynamisch nach innen, also zwischen den europäischen Nachbarn. Kooperationen können als Kraft gegen die Gefahr eines Rückfalls Europas in die Zersplitterung wirken. Kunstmuseen sind vorzügliche Orte, um dem Gedanken eines weltoffenen Europa Geltung zu verschaffen.

Dieser Beitrag entstand auf der Grundlage eines Vortrags, der am 9. Dezember 2021 im Rahmen der Konferenz Peut-on parler d’une Europe des musées? von ICOM France gehalten wurde.

Sarah Ball, 30. Januar 2022

Kunsthallen-DIY: Upcycling-Briefumschlag aus Kunsthallen-Flyern

In Zeiten von Social Media, Messengern und Co. ist die Freude umso größer, wenn uns ein persönlicher Brief in einem ganz individuellen, kunstvollen Briefumschlag erreicht. Das Kunsthallen-DIY inspiriert zu einem kreativen Upcycling-Projekt, um Familienmitglieder oder Freund*innen zu überraschen.

Was macht ein Museum eigentlich mit Flyern, wenn die jeweiligen Ausstellungen vorbei sind? Mit diesem Kunsthallen-Tutorial geben wir den Flyern ein zweites Leben und allen Nachbastler*innen die Möglichkeit, in Erinnerungen an die Lieblingsausstellungen zu schwelgen.

Gerne können Flyer vergangener Ausstellungen wochentags zwischen 10 und 17 Uhr an der Pforte in der Kunsthalle abgeholt werden. Falls dieser Zeitraum zum Abholen nicht realisierbar ist, bitten wir um eine Mail an digital@kunsthalle-karlsruhe.de.

Das Foto zeigt zwei Umschläge, die aus Kunsthallen-Flyern gebastelt wurden

Was benötigt wird:

Kunsthallen-Flyer oder alternativ eine Seite der Lieblingszeitschrift, ein Lineal, ein Stift und eine Schere.

Das Bild zeigt die benötigten Materialien, um einen Briefumschlag aus einem Kunsthallen-Flyer zu basteln: Flyer, Stift, Schere und Lineal.

Im ersten Schritt einen geeigneten Ausschnitt des Flyers wählen und ihn auf die Maße eines DIN-A4-Blattes zuschneiden. Das geht entweder indem die Maße 297x210mm ausgemessen werden oder mithilfe eines DIN-A4-Blattes als Schablone.

Das Foto zeigt einen Flyer, ein Lineal und eine Schere

Nun wird die spätere Außenansicht gewählt. Die Seite, die zu sehen ist, wenn der Flyer vor einem liegt, wird später die Innenseite des Briefumschlags sein.

Das Bild zeigt die Vorder- und Rückansicht eines Kunsthallen-Flyers.

Den Zuschnitt einmal längs und einmal quer falten und wieder auseinanderklappen.

Das Foto zeigt einen Kunsthallen-Flyer, der zur Bastelvorbereitung bereits geknickt wurde.

Die untere Längsseite zu einem Viertel einklappen.

Das Bild zeigt einen gefalteten Kunsthallen-Flyer

Rechts und links die Ecken bündig einklappen.

Das Foto zeigt einen geknickten Kunsthallen-Flyer

Die Seiten mit den eingeklappten Ecken nach innen falten.

Das Bild zeigt einen Schritt der Bastelanleitung für Kunsthallen-Briefumschläge

Anschließend die gerade eingeklappten Seiten nochmals nach innen falten und wieder auseinanderklappen.

Das Foto ist Teil einer Bastelanleitung und zeigt einen gefalteten Flyer

Wenn die Seiten aufgeklappt sind, dann die Ecken bündig falten.

Das Bild zeigt einen gefalteten Kunsthallen-Flyer im Rahmen einer Bastelanleitung

Daraufhin den vorletzten Schritt wiederholen und die Seiten mit den eingeknickten Ecken erneut nach innen falten.

Gefalteter Kunsthallen-Flyer

Den Flyer drehen und die oberen Seiten bis zum mittleren Falz einklappen.

Anleitung zum Basteln eines Briefumschlags aus Kunsthallen-Flyern

Den oberen Teil des Flyers in den unteren Teil stecken, knicken und einen Brief reinstecken.

Das Foto zeigt einen gebastelten Briefumschlag aus Kunsthallen-Flyern

Wir sind gespannt auf Eure Briefumschlag-Kreationen! Teilt Eure Ergebnisse mit dem Hashtag #kunsthalleathome in den sozialen Medien.

Dr. Astrid Reuter, 18. Februar 2022

Künstlerinnen der Kunsthallen-Sammlung – meine persönliche Top 10 + 1

Heute sind Frauen aus dem Kunstbetrieb nicht wegzudenken. Doch auf wessen Schultern stehen sie?

Schaut man in die Sammlung der Karlsruher Kunsthalle, so erscheint die Zahl der Künstlerinnen im Vergleich zu den zahlreichen männlichen Namen bescheiden. Aber es gibt sie durchaus und es werden mehr. Erst kürzlich gelang die Erwerbung eines Selbstbildnisses der französischen Künstlerin Marie Guilhelmine Benoist (1768–1826), in dem sich biographischer und gesellschaftspolitischer Wandel in unerwarteter Weise verbinden.

Der bildlich thematisierte Atelierwechsel der jungen Künstlerin – von Elisabeth Vigée-Lebruns als Vertreterin des Ancien Régîme zu Jacques-Louis David, dem zukünftigen Maler Napoleons – wird zum Zeichen für den Umbruch vom Rokoko zum Klassizismus.

Die hier vorgestellte Auswahl von zehn Frauen ist nicht repräsentativ. Sie spiegelt persönliche Entdeckungen, Interessen und Vorlieben.

Zwei ältere Kassetten aus dem Kupferstichkabinett mit Gebrauchsspuren.

Als sich einige Jahre später die Förderlinie Creative Europe der Europäischen Union für die grenzüberschreitende Interaktion verschiedener Einrichtungen einsetzte, war dies für die Kunsthalle das Signal, den Aktionsradius des Museums international zu erweitern.

Das Bild zeigt ein Aufbewahrungsbehältnis für Werke des Kupferstichkabinetts im Rahmen der Umzugsvorbereitungen

Unsere Wunschpartner waren das Musée des Beaux-Arts in Lyon und die Scottish National Galleries in Edinburgh. Alle drei Institutionen liegen nicht in den Hauptstädten ihrer Länder; alle drei zählen zu den frühen musealen Gründungen im 19. Jahrhundert; alle drei Häuser sammeln spartenübergreifend Kunst von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart; alle besitzen Hauptwerke der europäischen Kunstgeschichte, aber auch weniger bekannte Werke von regional tätigen Künstlern und Künstlerinnen.

Nach einer längeren Phase der Themensuche im Kreis des siebenköpfigen internationalen Kurator*innenteams fiel die Entscheidung für das „Selbstporträt“. Diese Gattung ist aufs engste mit der Geschichte der Emanzipation des europäischen Künstlersubjektes verbunden und ist in allen drei Sammlungen breit vertreten. Die EU-Förderlinie Creative Europe bot den Rahmen zur gemeinsamen Beantragung von Finanzmitteln, die vor allem der Vermittlungsarbeit zu Gute kamen.

Das Foto zeigt neue Behältnisse für die Werke des Kupferstichkabinetts, die für Umzugsvorbereitungen benötigt wurden.

Nach einer vierjährigen Vorbereitungszeit entstanden drei Ausstellungen mit sehr großen Schnittmengen bei den Werken, aber auch mit der Möglichkeit, in jedem Haus eigene Akzente zu setzen. Die Kunstgeschichte des Selbstporträts wurde im Zusammenspiel der drei Sammlungen nicht in der zeitlichen Ordnung des Nacheinander, sondern eher in Bruchstücken erzählt – als eine Kette von Knotenpunkten im Netzwerk der europäischen Kunstgeschichte. Für alle drei Museen und ihre kuratorischen Teams war diese kooperative Form der Museumsarbeit eine lohnende Erfahrung, die sich auch in einer überaus positiven Besucher- und Medienresonanz spiegelte.

Newsletter

Auch während der sanierungsbedingten Schließung informieren wir Sie hier über die Geschehnisse hinter den Kulissen der Kunsthalle.