Gustave Le Gray: Brig upon the water, 1856
Staatsgalerie Stuttgart Foto ©Staatsgalerie Stuttgart

Licht und Leinwand

Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert

9.3. – 2.6.2019 

 

Die Medienrevolution 1839 ist Ausgangspunkt der Ausstellung Licht und Leinwand – Fotografie und Malerei im 19. Jahrhundert: Die „Geburtsstunde“ der Fotografie faszinierte und erschütterte die internationale Kunstwelt. Nie zuvor war es möglich gewesen, Abbilder der Wirklichkeit so schnell und präzise zu gewinnen – und dies ganz ohne Pinsel oder Stift. 

 

Die Ausstellung erzählt die wechselvolle Geschichte von Malerei und Fotografie im 19. Jahrhundert, die geprägt ist von Konkurrenzangst, Experimentierfreude und Künstlerstolz. Sie schlägt einen Bogen von 1839 bis in die Zeit um 1900. Hier wurde Fotografie erstmals auch als Kunstform anerkannt.

 

Porträts und Aktdarstellungen, Orientbilder und Wolkenstudien, Architekturgemälde und Gedankenfotos setzen bedeutende Positionen von Malerei und Fotografie in Dialog. Rund 200 Exponate zeigen die verschiedenen Potenziale beider Bildmedien, von der Inszenierung des Unwirklichen im Reich der Fantasie bis zur Gewinnung neuer Erkenntnisse im Dienst der Naturwissenschaft.

 

Licht und Leinwand vereint Arbeiten hervorragender Maler wie Gustave Courbet, Johann Wilhelm Schirmer, Hans Makart, Anselm Feuerbach, James Tissot, Camille Pissarro, Lovis Corinth und Alfred Sisley mit Werken fotografischer Pioniere wie Hermann Biow, Charles Nègre, Francis Frith, Julia Margaret Cameron, Adolphe Braun, Louis Darget, Josef Eder, Heinrich Kühn und Edward Steichen.

 

Die Ausstellung endet mit einer künstlerischen Position, die die historische Fototechnik neu interpretiert. Die Raum-Klang-Installation Tomorrow’s History von Takashi Arai (*1978) zeigt rund 30 Daguerreotypien, die der japanische Künstler seit 2016 geschaffen hat.

 

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, wo sie 2018 in anderer Form zu sehen war.

Takashi Arai: Tomorrow's History

Takashi Arai: Tomorrow's History, 2016
© 2016-2017 Takashi Arai

 

Inspiriert von August Sanders Menschen des 20. Jahrhunderts und der Malerei der Neuen Sachlichkeit widmet sich Arai der Frage, wie sich die Zukunft in der Fotografie darstellen lässt. Er schafft eindringliche Porträts von Jugendlichen in Japan und befragt sie nach ihren Erwartungen, wobei er insbesondere an Orten nuklearer Traumata wie Hiroshima und Fukushima arbeitet.

 

Die Raum-Klang-Installation Tomorrow’s History von Takashi Arai (*1978) zeigt rund 30 Daguerreotypien, die der japanische Künstler seit 2016 geschaffen hat. Arai ist einer der wenigen Fotografen, die das Verfahren der Daguerreotypie heute wieder anwenden, nachdem es bereits in den 1860er-Jahren von anderen Techniken abgelöst worden war.

 

Ihn interessiert der Unikat-Charakter der Daguerreotypie, um Gesichter in einem einzigen Augenblick festhalten zu können. Arais diskursives Konzept nutzt den fragilen Ausdruck der Daguerreotypie für Momente gesellschaftspolitischer wie individueller Verletzlichkeit. Die spiegelnde Oberfläche setzt uns Betrachter unmittelbar in Beziehung zu den fremden Porträtierten.

 

 

Photostudio anno 1850

 

Die Fotografie ist aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken – vor allem die fotografische Selbstinszenierung hat durch das Selfie neue Beliebtheit erreicht. In der Ausstellung können die Bedingungen, unter denen sich die Menschen im 19. Jahrhundert ablichten ließen, praktisch nachempfunden werden.

 

Begleitpublikation

 

Zur Ausstellung erscheint ein 288 Seiten starkes Buch im Deutschen Kunstverlag. Alle 200 Exponate sind darin abgebildet. In zehn Kapiteln werden die Themen der Ausstellung in ihren künstlerischen und historischen Zusammenhängen vertieft sowie auch technologische oder soziale Fragestellungen behandelt. Das Begleitbuch Licht und Leinwand ist für € 29 an der Museumskasse, im Onlineshop sowie im Buchhandel erhältlich.

 

Audioguide

 

Der Audioguide bietet den Besucher*innen Informationen zu ausgewählten Werken der Ausstellung und ihren Techniken. Er wird in deutscher, englischer und französischer Sprache angeboten.

 

 

Begleitprogramm

 

Führungen

Sonn- und feiertags um 15 Uhr

 

Führungen in französischer Sprache

Jeweils Samstag, 16.3., 6.4. und 18.5., 14:30 Uhr 

Teilnahmebeitrag 4 € zzgl. Eintritt

 

Känguruführung für Eltern mit Babys im Tragetuch

Mittwoch, 10.4., 10:30 Uhr

Teilnahmebeitrag: 4 € zzgl. Eintritt 

Wir bitten um Verständnis, dass in den Galerieräumen die Teilnahme mit Kinderwagen nicht möglich ist. Sebastian Borkhardt M.A.

 

 

Kunstimbiss

Jeweils Mittwoch, 13 Uhr

Teilnahmebeitrag: 2 € zzgl. Eintritt

 

3.4.: Selbstdarsteller: Fotografen und Maler setzen sich in Szene 

Sebastian Borkhardt M.A.

 

8.5.: Die Schönheit der Unschärfe. Kunstfotografie um 1900 

Dr. Leonie Beiersdorf

 

Themenführungen

Jeweils Dienstag, 19 Uhr


2.4.: Wahrheit oder Wirklichkeit – Was zeigt die Fotografie?

Dr. Leonie Beiersdorf

 

16.4.: Rose is a rose is a rose is a rose. Blumen in Fotografie und Malerei

Sebastian Borkhardt M.A.

 

28.5.: Im ewigen Dienst der Malerei. Vom Ringen der Fotografie um den Status als Kunst

Dr. Leonie Beiersdorf

 

Künstlerinnengespräch

Dienstag, 30.4., 19 Uhr

Mit dem Blick der Fotografin. Gespräch mit Mona Breede und Dr. Leonie Beiersdorf

Teilnahmebeitrag 4 € 

 

Vorträge und Podiumsdiskussion

Jeweils Donnerstag, 19 Uhr

Feuerbachsaal der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Der Eintritt ist frei

 

4.4.: Materialisierte Gedankenbilder? Zur Geschichte der okkulten Fotografie

Dipl.-Psych. Eberhard Bauer und Andreas Fischer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V., Freiburg i. Br.

 

18.4.: Das "wahre" Japan in der Fotografie

Dr. Esther Ruelfs, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 

16.5.: "Gegenstände, die sich selbst in unnachahmlicher Treue mahlen". Die Faszination der frühen Fotografie Dr. Hans Gummersbach, Experte für Daguerreotypie, Münster

 

Fotografie und Wahrheit – Was soll ein Bild heute leisten und was sind wir bereit zu glauben?

Die Podiumsdiskussion widmet sich der Frage von philosophischer, kunsthistorischer und journalistischer Seite. Näheres folgt in Kürze.