Ausstellungsvorschau

Für Euch!

30 Jahre Stiftung Hirsch – Kulturförderung in Karlsruhe
29. Juni bis 13. Oktober 2019

Begeisterung für Kunst und Literatur sowie eine tiefe Dankbarkeit über den Erfolg ihres Karlsruher Reiseunternehmens waren der Auslöser für Heinold und Christa Hirsch 1989 eine Stiftung ins Leben zu rufen, die sich die Förderung der Museen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf die Fahnen schrieb. Mit seinem großzügigen Engagement, das bis heute von den Nachkommen weiter gepflegt wird, bereicherte das Ehepaar Hirsch das kulturelle Leben in seiner Heimatstadt nachhaltig. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe feiert das Jubiläum der Stiftung Hirsch zusammen mit den Kultureinrichtungen, die von der Stiftung unterstützt wurden. Die Präsentation führt den Besucher*innen das faszinierende Universum der geförderten Erwerbungen und Vorhaben aus den vergangenen 30 Jahren in einer vielseitigen Auswahl vor Augen. Die Schau wird in Zusammenarbeit mit der Münchner Szenografin Juliette Israël realisiert, die die unterschiedlichen Objekte aus den Bereichen der Kunst-, Kultur-, Literatur- und Naturgeschichte in eine Ausstellungserzählung einbindet. Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation.

Rahmen (Detail), im Jahr 2011 gestiftet von Martina Baumung-Hirsch

Silvia Bächli

shift
13. Juli bis 29. September 2019

 

 

Die Ausstellung Silvia Bächli – shift zeigt rund 80 Arbeiten der international renommierten Schweizer Zeichnerin, die mit ihren subtilen Werken nicht nur ihr Medium, sondern in ihren Präsentationen auch immer wieder das vielstimmige Zusammenspiel von Zeichnungen im Raum reflektiert. In der Karlsruher Ausstellung werden Blätter präsentiert, die während eines Stipendienaufenthaltes 2018/2019 in London entstanden sind, sowie erstmals auch kleine Skulpturen und eine zusammen mit Eric Hattan entwickelte Wand-Installation. Themen der Ausstellung sind das Zeichnen als Form der Übersetzung von Wahrnehmungen in Atmosphären, aber auch das Verhältnis von Kopf und Körper, Empfindung und Erscheinung, Fundstück und künstlerischem Eingriff, Einzelwerk und Werkgruppe, Raumerfahrung und Zweidimensionalität.

Silvia Bächli
Ohne Titel, 2012
© Silvia Bächli
Wir danken für die freundliche Unterstützung

Eric Hattan

entlang
13. Juli bis 29. September 2019

 

 

Die Ausstellung Eric Hattan – entlang zeigt achtzehn Videos des Schweizer Künstlers, die geprägt sind vom Reisen, Flanieren, Aufzeichnen. Linear, folgerichtig, bedächtig und mit minimalem Aufwand beobachtet er in Buenos Aires, London, Genua oder der Schweiz Alltägliches. Seine Werke laden Betrachter*innen ein, mit ihm stille Streifzüge an der Peripherie oder im Herzen urbaner Kontexte zu unternehmen. Erfasst werden Bewegungen – von Tieren, Menschen, Gegenständen oder Fortbewegungsmitteln. Das zentrale Interesse des Künstlers gilt der Darstellung der Eigendynamik alltäglicher Prozesse und dem Aufspüren des Übersehenen. Nischenexistenzen innerhalb der Objektwelt, Ablagerungen vergangener Lebenszusammenhänge spürt er beim Betreten von Zonen und Nebenwegen auf, die verlassen und vergessen wirken. Es entfaltet sich eine Welt voller Überraschungen und übersehener Merkwürdigkeiten. In einigen Fällen entspinnt sich vor der Kamera das Eigenleben von Dingen oder Energien, die sich tänzerisch verselbständigen können.

Eric Hattan
Videostill aus Entlang, 2016
© Eric Hattan
Wir danken für die freundliche Unterstützung

Hans Baldung Grien

heilig | unheilig

Große Landesausstellung Baden-Württemberg
30. November 2019 – 8. März 2020

 

Er war einer der außergewöhnlichsten Künstler des 16. Jahrhunderts: Hans Baldung, genannt Grien (1484/85 – 1545). Den tiefgreifenden Umwälzungen seines Zeitalters, geprägt durch Reformation, Bildersturm und Bauernkrieg, setzte er ein individuelles, oftmals exzentrisches Werk entgegen. Dabei faszinieren seine ausdrucksstarken Gemälde, virtuosen Zeichnungen und kraftvollen Holzschnitte bis heute. Nie gab sich Baldung mit dem Herkömmlichen zufrieden, vielmehr suchte er nach neuen und packenden Formulierungen.

 

Zwei Pole bestimmten sein Schaffen: Zum einen das Religiöse, das er in imposanten Altarwerken, leuchtenden Glasgemälden und intimen Andachtsbildern gestaltete; zum anderen das Weltliche. Er interpretierte Geschichten aus Antike und Gegenwart, malte charaktervolle Porträts, schuf verrätselte Denkbilder, die seine humanistischen Auftraggeber zum Gespräch anregten, und sinnliche Akte, zu denen auch die berühmten Sündenfalldarstellungen und die drastischen Hexenszenen zählen.

 

Baldung, der vermutlich in Schwäbisch Gmünd geboren wurde, verbrachte den Großteil seines Lebens in Straßburg. Einige Jahre war er Mitarbeiter Albrecht Dürers in Nürnberg, in Freiburg schuf er den grandiosen Hochaltar des Münsters. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe widmet ihm eine Große Landesausstellung Baden-Württemberg, die das Werk in seiner ganzen Vielfalt präsentiert.

 

60 Jahre nach der Retrospektive von 1959, die ebenfalls in der Kunsthalle stattfand, wird dieser herausragende Künstler nun neu entdeckt und bewertet. Dabei wird neben der Werkchronologie und thematischen Schwerpunkten auch die stilistische Entwicklung anschaulich – von den spätgotischen Anfängen über die Einflüsse der Hochrenaissance bis hin zu einem persönlichen, unverwechselbaren Manierismus. Die Gegenüberstellung mit ausgewählten Arbeiten von Zeitgenossen, darunter Albrecht Dürer und Lucas Cranach, macht die Brisanz von Baldungs Schaffen auch für die Gegenwart deutlich.

 

In der Ausstellung treffen die bedeutenden Karlsruher Bestände auf rund 200 hochkarätige Leihgaben, unter anderem aus London, Madrid, Wien, Prag, Basel, Kopenhagen, Paris, Warschau, Florenz und New York. Die Junge Kunsthalle zeigt gleichzeitig „Der Fall im Stall“, eine spannende Baldung-Spurensuche für Kinder und Jugendliche. Eine Präsentation im Chor des Freiburger Münsters, die einen Satelliten der Karlsruher Schau bildet, sowie Ausstellungen im Augustinermuseum in Freiburg und im Musée de l´Œuvre Notre-Dame in Straßburg ergänzen das Projekt.

Hans Baldung Grien
Zwei Hexen, 1523
© Städel Museum - ARTOTHEK
Hans Baldung Grien
Maria mit Kind und Papageien, 1533
© Germanisches Nationalmuseum
Foto: Dirk Meßberger
Hans Baldung Grien
Der Tod und die Frau, um 1520/25
Bilddaten gemeinfrei – Kunstmuseum Basel
Wir danken unseren Partnern für die freundliche Unterstützung der Großen Landesausstellung Baden-Württemberg "Hans Baldung Grien"!